Jakobsweg – Tag 19

Tagesetappe: 31 Kilometer / Gesamtstrecke: 622 Kilometer

IMG_20151011_081820-1024x768Die letzte Nacht im Baskenland war eine der ungewöhnlichsten, seit wir vor langer Zeit in Rees zu diesem Abenteuer aufgebrochen sind.
Wir haben gut geschlafen und machen uns in Ruhe fertig für die heutige Tour. Wir reden beide ungewöhnlich wenig und sind immer noch beeindruckt von dem, was gestern Abend passiert ist. Die Ereignisse haben uns mal wieder verändert.
Als alles erledigt ist, schließen wir das Haus ab, werfen den Schlüssel in den Briefkasten und verlassen langsam das Dorf. Die erste Zeit schieben wir nur und lassen das Revue passieren, was wir in der kurzen Zeit in diesem Land, dem Baskenland, erlebt haben. Es kostet uns ein paar Taschentücher.
Die Menschen von Irun bis Sestao waren so freundlich und hilfsbereit, wie wir es selten zuvor erlebt haben. Immer wieder wurden wir auf dem Camino und daneben angesprochen. Wir wurden ermutigt, man hat uns Wasser gegeben, uns motiviert. Jeden Tag, mehrfach. Tore wurden vor uns geöffnet, Herzen ebenso.
Einmal ist an einer roten Ampel, an der wir anhalten mussten, ein sehr alter Mann an der Bushaltestelle aufgestanden, zu uns rüber gekommen, hat uns immer wieder auf die Schulter geklopft und einen guten Weg gewünscht.

Wir sind gespannt, was uns in Kantabrien erwartet, im Baskenland wurden alle unsere Erwartungen übertroffen.

Und so kommen wir langsam in den Tritt, hinter uns verschwindet die große Stadt und die Vororte. Die Küste kommt näher und bald stehen beide Moutainbikes wieder am Meer.
Nach den ersten leichten Kilometern auf einer schönen Asphaltstrecke müssen wir uns nochmal ordentlich abmühen und die Räder über eine unheimlich lange Treppe nach oben wuchten. Doch die Anstrengung wird mit einem wunderschönen Küstenweg belohnt. Danach geht es nochmal in ein erschöpfendes Auf und Ab, bis Castro Urdiales. Hier finden wir eine feine, kleine Pension, holen uns eine Dusche ab und erkunden noch ein wenig die Stadt.
In einer kleinen Kneipe finden wir das Gesuchte. Fischer gehen ein und aus, zwei Männer im Blaumann machen sich über volle Teller her. Wir bestellen zweimal das gleiche: Kartoffelsalat, Hackbraten, Pommes und Spiegeleier. Die Teller sind übervoll und die Wirtin lächelt verschmitzt beim servieren. Das wir binnen kürzester Zeit alles verspeist haben, damit hatte sie nicht gerechnet. Das essen hat unheimlich gut geschmeckt.

Danach ist entspannen angesagt, wir buchen gleich zwei Nächte in der Pension. Unsere Muskeln und Gelenke brauchen einen Tag Pause vor der nächsten Etappe und die Energiereserven im Körper müssen wieder etwas aufgestockt werden.

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