Einfach nur Urlaub

Am 26. Dezember war es soweit. Unser kleiner Renault Modus war bis ans Limit vollgepackt, Filou ahnte nichts von der bevorstehenden Reise und wir waren voller Vorfreude auf unseren ersten gemeinsamen, ganz normalen Urlaub.

Man mag es kaum glauben, aber Sabrina und ich haben, seit wir zusammen sind, noch nie ganz normalen Urlaub gemacht. In den ersten Jahren sind wir, bis auf einen Kurztrip nach Schweden, überhaupt nicht weggefahren und später kamen die langen Auszeiten. Aber Urlaub, ohne Stress und Abenteuer, das war nach 13 Jahren tatsächlich eine Premiere für uns.
Eine Premiere war die bevorstehende Strecke auch für Filou. Etwa 650 Kilometer lagen vor uns und wir wussten nicht, wie er die verpackt.
In den Wochen zuvor habe ich viel mit ihm geübt. Fast täglich bin ich mit ihm Auto gefahren. Zuerst nur im Schritttempo für eine Minute bei uns durch die Spielstraße. Dann zwei Minuten, dann eine Runde um den Block und so weiter.
Die langsame Steigerung war wichtig für ihn, denn nach den unvermeidbaren Autofahrten über griechische Serpentinen ist ihm anfangs bereits übel geworden, wenn man nur den Motor gestartet hat. Also haben wir das Training sachte angehen lassen.
Nach ein paar Tagen war er soweit, dass er nach jeder Mittagsrunde freudig zum Auto gelaufen ist und darauf gewartet hat, dass es endlich los geht.

Und so sind wir an diesem Morgen am zweiten Weihnachtstag gestartet. Filou hat sich schnell entspannt und hingelegt. Nach einer Weile hat er allerdings bemerkt, dass wir diese Strecke noch nie zusammen gefahren sind. Er hat eine Zeitlang aus dem Fenster geschaut und wir haben oft Pause gemacht, um ihm die Fahrt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Nach der dritten Pause war er so entspannt, dass er die meiste Zeit zufrieden geschlafen hat und am späten Nachmittag waren wir schließlich auf der Insel Römö in Dänemark und hatten den Schlüssel für unsere abgelegene Blockhütte.
Wir waren so glücklich darüber, dass diese Fahrt mit Filou so problemlos verlaufen ist. Er hat sich richtig wohl gefühlt. Übergeben musste er sich auch nicht.

„Unsere“ Blockhütte in Dänemark.

Nachdem alles aus dem Auto in die Blockhütte umgelagert war, konnte der Urlaub beginnen. Ein wenig Brennholz für den ersten Abend hatten wir bereits mitgebracht und nachdem der Kamin aufgeheizt war, wurde es langsam gemütlich. Die Umgebung vor unserer Hütte, einfach herrlich. Keine Straßenlaterne, kein Lärm, einfach nur Ruhe.
Dem Kamin gegenüber war Filou zuerst ein wenig skeptisch. Feuer hinter einer Glasscheibe, das kannte er noch nicht. Nach einer Weile hat er es sich dann aber mit gebührendem Abstand gemütlich gemacht.
In den Tagen darauf wurde dieser Abstand zum Kamin dann immer geringer und ab dem dritten Tag war Filou kaum noch vom Kamin weg zu bekommen. Er hat ihn geliebt!
Nach einer Runde im Winter durch die Heidelandschaft vor den warmen Kamin legen, ja das war sein Ding.
Und so vergingen die Tage auf dieser gemütlichen Insel in Dänemark. Wir waren dort zum durchatmen. Kein Sightseeing, kein Palaver. Einfach nur gemeinsam mit Filou zusammen sein. Ab und zu ein wenig Lesen und viel spazieren gehen. Ja, das tat gut.
Die meiste Zeit hat es zwar geregnet, aber nicht einmal das hat uns gestört. Im Gegenteil, der Kontrast zwischen verregnetem Winter und warmer Blockhütte war Klasse.

Wir haben nur wenige Ausflüge mit dem Auto unternommen. Überwiegend waren wir zu Fuß unterwegs. Eine Fahrt mit dem Auto über den Strand haben wir uns aber nicht entgehen lassen. Dafür ist Römö bekannt. Ich wüsste gerade nicht, wo man sonst noch mit dem Auto über den Strand fahren darf. Hier ist das jedenfalls erlaubt und macht richtig Spaß.

Silvester war es auf Römö deutlich ruhiger als wir das von zu Hause kennen. Das liegt zum einen daran, dass hier schlicht weniger Menschen wohnen, zum anderen am Verbot von Feuerwerkskörpern. Der Grund ist einfach: Ein Großteil der Häuser auf der Insel hat ein Reetdach. Was damit passiert, wenn eine Rakete in einer trockenen Neujahrsnacht in so ein Dach fliegt, kann man sich denken.
Alle halten sich natürlich nicht an diese Regel aber es waren nur wenige Raketen und Batterien, die um Null Uhr abgefeuert wurden. Nach einigen Minuten war der Spaß vorbei, was Filou gelegen kam. Wir wussten aus einer Nacht mit Böllern in Athen, dass er Angst davor hat. Kein Wunder, wenn man einmal miterlebt hat, wie zum Beispiel Ostern in Griechenland gefeiert wird. Dagegen sind Polenböller „Kinderkram“.
Also waren wir gut vorbereitet und haben versucht ihn mit einer Mischung aus Spiel und den besten Leckerchen die es für ihn gibt, bei Laune zu halten. Mit Fisch hat das bestens geklappt. Nach einem Kanonenschlag gab es Fisch! Fisch löst bei Filou in etwa die Reaktion aus, die Käse bei Samson von „Chip und Chap“ auslöst.
Diese Taktik haben wir bei unserem letzten Hund bereits erfolgreich angewendet, um ihn an Gewitter zu gewöhnen. Johnny stand damals nach wenigen Übungen immer freudig wedelnd an der Tür, wenn ein Gewitter aufzog. Wer zu der Zeit beobachtet hat, wie Sabrina und ich im Sommer bei Sturm und strömendem Regen mit Johnny im Garten gespielt haben, während es um uns herum geknallt hat, dachte wahrscheinlich auch: „Jetzt sind sie völlig durchgeknallt!“
Aber es hat funktioniert und es hat auch bei Filou funktioniert. Er ist schon jetzt deutlich weniger ängstlich.

Am 1. Januar.

Nach 10 ruhigen Tagen sind wir dann wieder Richtung Heimat gestartet und haben erst bei der Abfahrt bemerkt, dass wir ganz vergessen haben, uns den Hafen anzuschauen.
Es hat also geklappt. Wir konnten abschalten. So sehr, dass wir nicht einmal mehr an Nomade und ans Segeln gedacht haben.

Und die Rückfahrt? Die hat noch einmal besser geklappt als die Hinfahrt. Das Auto war für Filou mittlerweile ein angenehmer Lebensraum. Er hat unterwegs sogar gefressen und die meiste Zeit geschlafen. Nur 3 Pausen haben wir gemacht.

Für Sabrina und mich war dieser Urlaub in Dänemark Klasse. Wir hatten Zeit um Energie zu tanken, Zeit für Filou.

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Es war einmal ein Streuner

Mittlerweile ist fast ein Jahr vergangen, seit ich Filou in Kilada gefunden habe. Vor Kurzem hat er nun definitiv sein Idealgewicht erreicht und ist (bis auf eine Kleinigkeit an einem Zahn) vollständig rehabilitiert. Seit gut zwei Monaten hatte er keine gesundheitlichen Probleme mehr und wir mussten mittlerweile die Futtermenge leicht reduzieren, damit er nicht übers Ziel hinaus schießt. Sein Sozialverhalten ist nach wie vor erstklassig. Da mussten wir nie wirklich erzieherisch eingreifen. Er kommt mit jedem Hund klar, würde am liebsten mit allen spielen. Selbst wenn andere Hunde mal aggressiv an der Leine reagieren, bleibt Filou gelassen und vor Kurzem hat er sich lediglich groß gemacht, als ihn ein 3 Köpfe kleinerer Ausreißer aus dem Hinterhalt in die Rute geschnappt hat.

Seit wir ihn hier haben, hat Filou exakt zweimal leise „Wuff“ gemacht. Er bellt ansonsten nie. Die Bindung zu ihm ist mittlerweile so stark, dass er (dort wo es erlaubt ist) auch ohne Leine läuft und sich nie weit von uns entfernt.

Während ich hier tippe und Sabrina mit den letzten Vorbereitungen fürs Fest beschäftigt ist, liegt Filou neben mir und döst.
Ich habe ihn gerade gekrault und daran zurück gedacht, wie er ausgesehen hat, als er noch ein Streuner war. Abgemagert, entzündete Augen, und Krankheiten die man auf keinem Foto sieht…
Gute 5 Kilogramm schwerer ist er heute, hat glänzendes Fell und strahlende Augen. Er sieht mit zwei Jahren jünger aus als mit einem.

Der folgende Film ist kein Videoupdate. Es ist Filous Geschichte, so gut es ging in 7 Minuten erzählt. Diesmal ausnahmsweise auf Englisch. Ein Kurzfilm, mit einem Song von jemandem, dessen Musik ich schon immer genial fand.

Sabrina, Filou und ich wünschen euch ein paar schöne Tage und einen guten Jahreswechsel. Viel Spaß beim anschauen.

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In Farbe und bunt

Der letzte Film für dieses Jahr ist fertig entwickelt, eingescannt und leicht bearbeitet. Ich habe nur ganz wenig mit Photoshop an den Reglern gedreht, um nicht zu sehr vom Original abzuweichen und den Eindruck der falschen Farben weitgehend so gelassen.
Warum der Film so krasse Falschfarben zeigt kann ich nicht genau sagen, aber ich vermute, dass es mit dem mehrmaligen röntgen zu tun haben könnte.
Zum Einsatz kam jedenfalls ein Kodacolor 200. Bei einigen Aufnahmen habe ich dann auch noch den Fokus nicht getroffen und so ist die Ausbeute eher mäßig. Ein paar Bilder zeige ich euch trotzdem.

Der Fischerhafen in Mürefte. Hier lag ich mit Nomade einige Tage, um das defekte Wellenlager zu reparieren:

In der Viaport Marina:

Nomade sieht mitgenommen aus. Es wird Zeit fürs Winterlager:

Das (gereinigte) Unterwasserschiff:

Hier bin ich mit dem Gröbsten fertig:

Nomade wird eingewintert:

Zurück in Deutschland und endlich wieder bei Sabrina und Filou:

Filou ohne Leine. Mittlerweile ist die Bindung stark genug:

Der einzige Hund den ich kenne, der es genießt wenn man ihm die Krallen feilt. Er schläft immer innerhalb kürzester Zeit ein.

Camino ist ebenfalls im Winterlager:

Experiment:

Dieser Blick:

Winter für einen Tag am Niederhein:

Etwas stürmisch:

Da taut es wieder:

Einen hätte ich dann noch. Allerdings keinen Film, sondern einen Film. Also ein Film, ein kurzer…

Ach, schaut einfach am 24. nochmal kurz hier auf der Website vorbei. ;-)

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Du hast den Farbfilm vergessen – Teil 2

Zweiter Teil des Fomapan 100. Los geht’s!

In Canakkale wird viel geangelt:

Das berühmte Pferd. Troja liegt gleich um die Ecke:

Und noch einmal im Hochformat:

Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich meine, in dieser Pyramide befinden sich Fragmente aus Troja:

Der große Piri Reis:

Die Promenade in Canakkale:

Hier wird jeden Abend ein Wasserfeuerwerk in Betrieb genommen:

In der Stadt:

Ein Minarett in Canakkale:

#noselfie:

Marmarameer voraus:

Dardanellen im Kielwasser:

Speed:

Flaute, wir fahren unter Maschine:

#selfie:

Ein Frachter im Marmarameer:

Weiter, immer weiter:

Im Marmarameer wird viel gefischt:

Das (funktionierende) Molenfeuer in Mürefte:

Einen Film habe ich noch. Allerdings ist der noch nicht entwickelt. Kann also noch ein paar Tage dauern, bis ich euch die Fotos zeigen kann.

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Du hast den Farbfilm vergessen – Teil 1

Im Gegensatz zu Michael, habe ich in Wirklichkeit den Farbfilm nicht vergessen, aber ich musste beim scannen der Fotos für diesen Zweiteiler kurz an den Klassiker von Nina Hagen denken.
Der Film, um den es diesmal geht, ist ein 36er Fomapan 100 Schwarzweissfilm.
Ich habe diesen Film kurz nach der letzten Aufnahme mit dem Fujicolor C200 in die Kamera eingelegt und als erstes gleich nochmal den Berg in Chalkis fotografiert.
Insgesamt konnte ich dem Film 37 Aufnahmen entlocken, die auch alle etwas geworden sind. Nicht alle schön, aber zumindest alle so belichtet und im Fokus, dass man sie zeigen kann. Bei etwa der Hälfte aller Aufnahmen habe ich die Belichtungszeit geschätzt, die andere Hälfte habe ich mit einer „Belichtungsmesserapp“ fürs Smartphone eingestellt. Den Fokus an der Kodak Retina habe ich immer nach Schätzung eingestellt, was mittlerweile auch ganz gut klappt.
Fangen wir an, mit meinem ersten SW Film überhaupt!

Der Berg, diesmal in Graustufen:

Blick ins Cockpit:

Nomade, vom Schlauchboot aus fotografiert:

Der große Aristoteles. Die Büste steht in Chalkis und „schaut“ auf den Euripos. Hier hat der Philosph und Naturforscher einst selbst die ungewöhnlichen Gezeiten untersucht:

Viel los in Chalkis:

Blick von der Brücke über den Euripos nach Norden:

Ein Streuner genießt die letzten warmen Tage:

Sturm zieht auf:

In der alten Festung von Myrina:

Der 70 Kilometer entfernte Berg Athos, von Limnos aus fotografiert:

Myrina, die Hauptstadt von Limnos:

Blick nach Norden, über die wunderschöne Küstenlandschaft:

Der Hafen von Myrina:

Erinnert ihr euch an die Geschichte von dem Fischer auf Limnos? Der Fischer, der das alte Lied „Aponi Zoi“ gesungen und dabei neben Nomade geangelt hat? Hier ist das Foto zu dieser Geschichte:

Kurz nach meiner Ankunft in der Türkei, im Hafen von Canakkale:

Der Fischerhafen von Canakkale:

In der belebten Stadt:

Blick über die Dardanellen, vom asiatischen Kontinent fotografiert:

Im nächsten Beitrag zeige ich euch den zweiten Teil dieses Films.

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Fujicolor C200 – Teil 2

Weiter geht’s mit dem zweiten Stapel Fotos des Fujicolor C200. Die nächsten 7 Fotos sind auf Trizonia entstanden, danach bin ich ich weiter nach Osten gesegelt.

Hier seht ihr einen Teil des Hafens auf Trizonia. Die Berge im Hintergrund gehören zum Festland:

Blick nach Osten über den Golf von Korinth. Das Foto entstand bei einer Wanderung über die Insel:

In diese Richtung liegt die Brücke von Patras. Das Bauwerk selbst geht allerdings im Dunst unter:

Fall jemand von euch ein Grundstück auf einer kleinen Insel im Golf von Konrinth sucht, Bitteschön:

Und so sieht der Weg zum Grundstück aus. Sehr idyllisch, sehr angenehmes Klima. Der Nachteil, man braucht ein Boot um das Baumaterial vom Festland auf die Insel zu transportieren:

Der schönste Schrottplatz Griechenlands liegt ebenfalls auf Trizonia:

Nomade, nachdem ich sie an eine andere Stelle im Hafen gelegt habe. Hier konnte man das schlechte Wetter besser aushalten:

Die Hubbrücke am westlichen Ende des Kanals von Korinth:

Einige Schiffe warten vor dem Kanal die Sperrung ab:

Nichts passiert:

Dann plötzlich bewegt sie sich:

Dann passiert wieder nichts und ich fotografiere solange das zugemüllte Hinterland:

Ein Schlepper zieht einen Arbeitsponton durch den Kanal:

Und kurz darauf ist der Kanal wieder passierbar:

Das folgende Foto entstand viele Seemeilen weiter, kurz vor dem Golf von Euböa:

Hier bin ich bereits in Chalkis und warte den stürmischen Wind aus Nordosten ab:

Neben Nomade liegen noch zwei andere Boote vor Anker. Allerdings ist niemand an Bord. Ich bin allein in der Bucht:

Kurz nach dem letzten Foto habe ich einen neuen Film eingelegt. Den zeige ich euch in ein paar Tagen.

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Fujicolor C200 – Teil 1

Ein 36er Film, von dem ich euch 33 eingescannte Fotos, auf 2 Beiträge aufgeteilt, zeigen werde. Entwickelt wurde der Fujicolor erst, nachdem ich wieder zurück in Deutschland war. Bis dahin musste das Material satte 5 Fahrten durch diverse Röntgengeräte an mehreren Flughäfen über sich ergehen lassen, davon 3 Fahrten im unbelichteten Zustand und 2 Durchgänge nach der Belichtung. Ich hatte, nach einigen Horrorgeschichten von zerstörtem Filmmaterial, mindestens mit sichtbaren Schäden gerechnet. Aber wie ihr gleich sehen werdet, sind das Märchen, zumindest, wenn moderne Röntgengeräte verwendet werden, wie sie heute vermutlich fast überall zum Einsatz kommen.

Los geht’s! Das erste Foto habe ich am 2. September, auf dem Rückweg zu Nomade, beim Zwischenstopp in Thessaloniki gemacht:

Foto Nummer 2 zeigt eine Radaranlage in den Bergen auf Kefalonia:

Sonnenuntergang auf Kefalonia. Das Foto habe ich auf dem Weg zum Ainos gemacht:

Die neue Promenade in Argostoli:

Mein Faltrad und extra blaues Wasser:

Obelisk in Argostoli:

Und da ist sie, die Nomade:

Langzeitbelichtung nach Sonnenuntergang:

#Noselfie

Der Leuchtturm von Argostoli und daneben mein Rädchen. Hier habe ich mir ein Weitwinkelobjektiv gewünscht:

Endlich wieder segeln! Das Foto habe ich noch in der Bucht von Argostoli aufgenommen:

Lixouri liegt hinter uns:

Etwas Wind kommt auf:

Irgendwo zwischen Kefalonia und dem Festland:

Warmes blaues Wasser:

Leinen fest in Trizonia:

Im nächsten Beitrag zeige ich euch den zweiten Teil des Films…

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Wie zu Opas Zeiten

Zu Opas Zeiten gab es keine digitale Fotografie. Kein Schnappschuss, den man sofort betrachten konnte, wenn man einmal von Polaroids absieht. Keine schnelle Bildbearbeitung, kein Instagram das nach der digitalen Bilderflut gekräht hätte.
Zu Opas Zeiten hat man noch einen Film im Laden gekauft, in die Kamera gelegt und hatte, je nach Art der Kamera und des Films, zwischen 8 und 36 reguläre Chancen auf ein gutes Foto. Wenn der Film dann irgendwann belichtet war, hat man ihn zum Fotoladen gebracht, sein Kreuzchen meist bei 10×15 gesetzt und konnte ein paar Tage später sehen, was aus den Aufnahmen geworden ist.
Mein Opa hat nie eine Digitalkamera besessen. Bis zuletzt hat er mit einer Spiegelreflex fotografiert und sich vor jedem Druck auf den Auslöser genau überlegt, ob es sich überhaupt lohnt. Mein Opa war kein Fotograf, trotzdem hat er nicht selten gute Fotos gemacht. Hunderte oder Tausende Fotos, die in Alben und Kartons lagern und die Zeit überdauern. Kein Festplattencrash, kein Systemwechsel kann diesen Fotos etwas anhaben und wenn unsere Hütte nicht abfackelt, existieren diese Fotos sehr wahrscheinlich noch, wenn ich bereits Geschichte bin.

Die Kamera, die mein Opa zuletzt besessen hat, ist eine Canon EOS 5000. Für meinen Opa war diese SLR eine Art Revolution. Mitte der 90er war das Teil richtig gut. Heute bekommt man eine EOS 5000 für ein paar Euro in der Bucht hinterher geschmissen. Der materielle Wert ist also eher gering. Für mich ist sie dennoch Gold wert, denn ich habe sie von meinem Opa geerbt.
Mehr als 5 Jahre lag die EOS unbenutzt im Schrank. Ich hab sie so weggelegt, wie mein Opa sie zuletzt weggelegt hat und nicht mehr angerührt. Ab und zu mal betrachtet habe ich sie und dabei einen Kloß im Hals gehabt. Ein Erinnerungsstück an einen lieben Menschen eben.

Diesen Sommer, als ich für eine Weile wieder in Wesel war, habe ich mir mal wieder diese Kamera angeschaut, aber diesmal beschlossen, sie wenigstens noch einmal wieder richtig fit zu machen und einen der letzten Filme von Opa zu verschießen. Ich hab sie geputzt, den Griff überarbeitet und ihr eine neue Batterie spendiert. Dann einen Film eingelegt. Das letzte Mal, dass ich einen Film in eine Kamera gelegt habe ist etwa 10 Jahre her. Irgendwie cool, jetzt wieder mit so einem Kleinbildfilm zu hantieren. Aber was fotografiere ich nun damit? Muss sich ja auch lohnen! Und das ist der erste krasse Unterschied, der erst nach langer Abstinenz so richtig auffällt, wenn man jahrelang nicht mehr mit Film fotografiert hat. Jede Auslösung ist kostbar, der Vorrat stark begrenzt. Man macht sich also Gedanken, während man mit jeder Digicam nur so die Bilder durchrotzt und am Rechner später das Beste aussucht. Oder man schaut aufs Display.
Das Display, ja da gab es auch ein nettes Erlebnis, während meine Nichte gerade zu Besuch war. Sie war zu dem Zeitpunkt 6 Jahre alt, kennt also nur digitale Fotos. Aber neugierig war sie, was der Onkel da mit der alten Kamera hantiert. Also habe ich ihr erklärt, wie man früher Fotos gemacht hat und wie aufwändig das im Gegensatz zur Digitalfotografie war. Kurz darauf haben wir zusammen ein Foto gemacht und unmittelbar nach dem „Klick“ kam wie aus der Pistole geschossen ein: „Zeig mal!“ mit einem Blick auf die Gehäuserückseite.
„Da kann man ja wirklich nichts sehen, Nico!“
Nachdem der Film ein paar Tage später vom örtlichen Fotohändler entwickelt wurde, war die Spannung groß. Die ganze Familie wollte die Fotos sehen und alle waren irgendwie begeistert.
Grübeln…
Warum ist das so? Was fasziniert so am Film? Sind es die alten Kameras? Die Nostalgie? Oder ist da mehr dahinter?

Also den nächsten Film belichtet, zwischendurch viel gelesen, dann ein paar Tage später noch einen Film eingelegt. Diesmal in die reaktivierte Kamera meines Vaters, eine Canon AE-1 Programm, mit der ich als Kind selbst viel fotografiert habe.
Der große Flohmarkt auf dem Stadtfest in Wesel kam anschließend wie gelegen. An einem Stand lag eine sehr alte Zeiss Ikon Contaflex herum. Schlappe 7 Euro habe ich dafür genatzt. Äußerlich war sie in sehr gutem Zustand, aber die Mechanik war komplett fest gegammelt. Da hat vermutlich Jahrzehnte niemand mehr ein Foto mit gemacht. In den nächsten Wochen habe ich mir Pläne besorgt und mich Stück für Stück durch die Kamera gearbeitet. Die feinen Zahnrädchen, Hebelchen und Lamellen waren alle verharzt und blockiert. Ich hätte es selbst nicht für möglich gehalten, aber am Ende habe ich alles wieder zusammen bekommen und die Contaflex lief wie eine neue. Alle Verschlusszeiten stimmten perfekt und die Ergebnisse des ersten Films haben mich ziemlich umgehauen.
Ich hatte bereits viel positives über Synchro Compur Verschlüsse und die Linsen der damaligen Zeit gelesen, aber dann live ein Foto zu sehen, das mit einer 60 Jahre alten Kamera aufgenommen wurde und so gut ist, das ein Laie es einem heutigen High End Gerät zuschreiben würde, ist schon irgendwie faszinierend.

Also weiter! Aber wohin? Was will ich eigentlich?
Erstmal weiter zurück in der Zeit, weiter lernen. Also habe ich mir die älteste Kamera geschnappt die ich in unserer Familie auftreiben konnte. Eine knapp 90 Jahre alte Zeiss Ikon Box Tengor, die mein Vater in den 1980er Jahren mal auf einem Schrottplatz in der ehemaligen DDR ausgegraben hat. Ziemlich vergammelt war das Ding, aber im Gegensatz zur Contaflex hatte ich die Box an einem Tag restauriert, so simpel ist das Teil.
Einen passenden Rollfilm zu besorgen war dann weniger simpel. Der Onlinehandel hat es mir allerdings leicht gemacht und so bin ich über die neue Produktvielfalt im Filmsektor gestolpert. Man, was es da heute für ein geiles Zeug gibt! Ich war fasziniert und erfreut, das analoge Fotografie nicht tot ist. Mittlerweile gibt es die ein oder andere Edelschmiede und Filme mit Auflösungsvermögen an die keine moderne DSLR auch nur annähernd heran kommt. Vom Tonwertumfang ganz zu schweigen. Ich schweife ab…

Also zurück zur Box Tengor. Fotografieren wie vor einem Jahrhundert war nun angesagt. 8 Auslösungen schafft die Kamera mit einem Rollfilm und man muss aufpassen, nicht versehentlich doppelt zu belichten. Passierte mir auch einmal.
Nachdem alle Aufnahmen im Kasten sind, wird der volle Film vorsichtig entnommen und ab damit zum Fotoladen. Mit diesem S/W Rollfilm im Mittelformat habe ich selbst den Fotohändler bei uns im Ort zum staunen gebracht! Immerhin habe ich in Wesel das Glück, dass es noch ein richtig gutes Fotogeschäft gibt. Aber diesen Schwarz/Weiß Rollfilm kann auch der Meister selbst nicht entwickeln.
Also ab damit zu Rossmann. Die schicken solche Filme an ein größeres Labor und schlappe 2 Monate später sind die Fotos auch „schon“ fertig. Ziemlich spannend. Dazu muss man sagen, das mit so einem Format heute einfach kaum noch jemand fotografiert und das Labor warten muss bis genügend Filme zusammen kommen, um die Maschine anzuwerfen.
Die Box Tengor war für mich auch nur ein netter Exkurs in wirklich antike Fototechnik. Die zu erwartende Bildqualität ist mir dann doch zu gering und die Kosten pro Foto sind ziemlich hoch.

Ich hatte mich in der Zwischenzeit ohnehin auf etwas ganz anderes festgelegt. Ich wollte eine Kamera haben, die aus der Hochzeit der Objektivherstellung stammt und ich wollte eine Kamera, die ohne Elektronik oder Elektrik auskommt. Ein rein mechanisches Gerät, ohne Belichtungsmesser. Kompakt sollte sie auch sein, damit ich sie gut auf Reisen mitnehmen kann. Nach viel Recherche habe ich mich für die Kodak Retina 1b Typ 018 entschieden und bei Ebay nach einer Weile ziemlich günstig eine ergattert.
Diese Retina wurde 1954 in Stuttgart gebaut. Der Synchro Compur Verschluss kam von der Fa. Friedrich Deckel aus München und die Linsen des 2,8er Objektivs von Schneider aus Kreuznach. Feinmechanik und Linsen in einer Qualität, die es heute fast nirgends mehr gibt. Damals hat so eine Retina in etwa so viel gekostet wie ein Angestellter in Deutschland im Schnitt im Monat verdient hat. Heute bekommt man solche Kameras bei Ebay fast hinterher geschmissen.

Meine Retina funktionierte von Anfang an. Den Synchro Compur Verschluss musste ich trotzdem zerlegen, weil nicht alle Zeiten wegen verharztem Öl sauber liefen. Nach ein paar Tagen hatte ich sie komplett restauriert und ein wenig nach meinen persönlichen Wünschen verändert.


Dann noch schnell einen 200er Fujifilm durchgejagt, einen Test am Stern gemacht und die Optik für extrem gut befunden. Gerade rechtzeitig, bevor mein Flug zurück zur Nomade ging, kamen ein paar Filme hier an.

Und deshalb texte ich euch gerade hier zu. Sozusagen als kleine Einführung und Erklärung, warum ich so manches Foto der letzten Reise mit Nomade erst in Kürze zeigen kann!

Und warum nun das Ganze? Warum nicht einfach weiterhin auf den Auslöser der Digitalen drücken?
Gar nicht so einfach zu erklären.
Ich werde natürlich auch weiterhin meine DSLR und die anderen Digitalen nutzen. Ich find die Dinger nach wie vor richtig Klasse und in vielen Situationen viel sinnvoller als eine analoge Kamera. Also, Nostalgie ist es bei mir eher nicht.
Vielmehr habe ich festgestellt, dass ich mit Film anders fotografiere als wenn ich Photonen mit einem CCD oder CMOS sammle.
Aber nicht nur, dass ich anders an die Sache heran gehe, die Fotos sind auch grundlegend anders und oft gefallen sie mir besser, selbst wenn ich das gleiche Foto Digital und Analog vor mir habe.
Qualitativ kommt ein digitaler Ausdruck meist nicht an einen analogen Abzug heran. Es gibt keine sichtbaren Pixel, egal wie hoch man vergößert. Klar, es wird unschärfer, aber das unregelmäßige Filmkorn gefällt mir manchmal besser als Kompressionsartefakte, Bildrauschen oder eben Pixel.
Irgendwie finde ich Film auch lebendiger. Die Fotos wirken auf mich echter. Mehr so, wie ich die Situation wirklich gesehen habe. Der bessere Dynamikumfang von Film spielt da sicherlich auch eine Rolle.

Digitalfotografie ist mir im Laufe der Zeit einfach zu inflationär geworden. Fotos werden nicht mehr wertgeschätzt, merke ich ja bei mir selbst. Instagram, Facebook, Festplatten und Speicherkarten voll mit Bildern. Aber mal ehrlich, das meiste davon ist Schrott! Ich denke, wir machen uns heute kaum noch Gedanken übers Foto selbst und nicht selten geht der ganze Schrott bei einem Systemwechsel, Absturz oder sonst was verloren. Das Gefühl dafür, was sich lohnt zu fotografieren, geht auch verloren. Und am Ende haben wir vielleicht eine Generation, die weniger gute Erinnerungsfotos hat, als zu Opas Zeiten, weil in 20 Jahren keiner mehr weiß wo das coole Foto, welches man gestern in der WhatsApp-Gruppe gepostet hat, hin ist!

Ein guter Grund, eine kleine Beitragsserie zu starten und die Reise mit Nomade, chemisch fotografiert, noch einmal Revue passieren zu lassen, wie ich finde.

Gebt mir etwas Zeit zum scannen…

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Nomade kommt an Land

Der Alltag hat mich wieder! So langsam gewöhne ich mich allerdings an die Wechsel. Die Umstellung fällt mir nicht mehr schwer und ich bin froh, jetzt wieder zu Hause zu sein. Sabrina geht es gut, Filou geht es gut, das Rudel ist endlich wieder komplett!
Immer wenn ich von so einer Reise zurück komme, gibt es erst mal viel zu tun. Der erste Schwung Arbeit ist jetzt aber vom Tisch, Camino aus dem Wasser, ein „neues“ Auto für Sabrina besorgt und seit langer Zeit habe ich auch mal wieder am Filmmaterial gebastelt.
Aber darum geht es heute nicht. Springen wir ein paar Tage zurück…

23.10.2017
Nachdem alles vertragliche geregelt ist, laufe ich gegen 9 Uhr vom Marinabüro zurück zu Nomade. Der Volvo wird ein vorerst letztes Mal angeworfen. Per Funk melde ich mich startbereit, ich bekomme kurze Zeit später Hilfe von zwei Mitarbeitern der Marina. Nach dem Ablegen wird Nomade von zwei Schlauchbooten bis zum Travellift eskortiert. Dort warten ebenfalls auf beiden Seiten des Beckens Mitarbeiter, um die Leinen anzunehmen. Klappt alles wunderbar und nach kurzer Wartezeit hängt Nomade auch schon in den Gurten des Travellifts.
Immer wieder spannend, wenn das eigene Schiff so langsam aus dem Wasser kommt und in der Luft schwebt.
Zuerst geht es zum Reinigungsplatz. Dort bekommt das Unterwasserschiff eine Hochdruckdusche, die auch dringend notwendig ist. Anschließend fährt man Nomade zum Stellplatz im hinteren Bereich des Werftgeländes und bockt sie auf. Alles sehr professionell und schnell.


Ein komisches Gefühl, Nomade nach der Reise jetzt hier abgestellt zu sehen. Aber für lange Gedanken ist keine Zeit, denn ich bin auf einen Kaffee im Büro der Marina eingeladen. Und so schaue ich nur kurz, ob alles richtig fest ist und besuche danach Egemen, der sich seit meiner Ankunft gestern um alles gekümmert hat.
Während wir türkischen Kaffee bei bestem Wetter und toller Aussicht auf die Boote genießen, erfahre ich einiges über die Viaport Marina.
Alles genau zu beschreiben, was es hier gibt, ist in ein paar Sätzen kaum möglich. Für mich ist diese Marina gigantisch. Damit meine ich nicht unbedingt die Kapazitäten, die sind mit aktuell etwa 600 Liegeplätzen vergleichbar mit großen Marinas in Europa. Allerdings sind die Liegeplätze hier im Durchschnitt größer als zum Beispiel in Deutschland. Kleiner als 40 Fuß ist hier kaum ein Segelboot.
Gigantisch ist alles was mit Service, Versorgung und Freizeitgestaltung zu tun hat. Vergleichbares gibt es in Europa nicht, soweit ich weiß. Als Segler fühlt man sich hier wie im Schlaraffenland.
Fangen wir mit dem Werftbereich an, in dem sich Nomade nun befindet. Dort gibt es für alle genügend Strom-/ und Wasseranschlüsse, gepflegte sanitäre Anlagen, sowie mehrere Geschäfte innerhalb der Marina, mit allem was man so an Ersatzteilen und Material fürs Boot benötigt. Ja, sogar Vertretungen der großen Yachthersteller findet man hier. Bavaria, Beneteau und ein Volvo Penta Händler fehlen auch nicht.
Die sanitären Anlagen sind die besten, die ich jemals in einer Marina gesehen habe. Waschmaschine und Trockner kann ich ebenfalls benutzen, soviel ich möchte.
Herzstück der Marina ist das Shopping Center, das sich auf einer Halbinsel innerhalb der Marina befindet. Feinster Marmorboden, mehr als 150 Geschäfte und Restaurants, die keine Wünsche offen lassen. Schicke Mode Geschäfte, einen Carrefour, Schnellrestaurants und sogar eine Rossmann Filiale findet man hier.
Die gesamte Einkaufsmeile wird durchzogen von Wasserläufen, die von kleinen Bogenbrücken überspannt werden. Ich bin eigentlich nicht so der Shoppingcenter Fan, aber hier umher zu schlendern macht sogar mir richtig Spaß.
Ein Kino und ein Entertainment Center gibt es ebenfalls in der Marina. Dann noch einen Freizeitpark, unter anderem mit der schnellsten Achterbahn der Türkei!
Die Viaport Marina hat sogar einen Aquazoo und ein Areal mit Tribünen auf dem Konzerte stattfinden.

Und während ich den Kaffee genieße, und viel über die Marina erfahre, fragt Egemen mich, ob ich Hunger habe.
Wieder einmal bin ich von der türkischen Gastfreundschaft beeindruckt. Egemen hat jetzt Mittagspause und lädt mich kurzerhand zum Essen ein. Wir gehen zu seinem Auto und fahren in Richtung Stadt. Aber nicht auf dem direkten Weg, sondern mit einem Umweg durch den alten Teil von Tuzla, mit den urigen Holzhäusern und schmalen Gassen. Egemen erklärt mir einiges zur Geschichte und zum Baustil.

Historische Wohngebäude in Tuzla.

Dann parkt er sein Auto und wir laufen ein paar Meter bis zu einem kleinen Restaurant. Hier sucht man sich aus einer großen Auswahl verschiedener Fleischsorten etwas aus. Anschließend wird es frisch zubereitet und ich muss sagen, es schmeckte wirklich fantastisch.
Egemen und ich unterhalten uns bestens. Über die Boot Düsseldorf zum Beispiel, auf der er für die Viaport in den letzten Jahren mehrfach war und übers Reisen allgemein.
Irgendwann ist sie dann vorbei, die Mittagspause. Wir fahren zurück zur Viaport. Egemen geht zu seinem Büro und ich zu Nomade.

In den nächsten Tagen habe ich eine sportliche Liste abzuarbeiten. Mit Details langweile ich euch jetzt aber nicht. Nur soviel, ich hatte am Ende Muskelkater vom feinsten aber habe alles geschafft.

Das Flugticket hat mir Egemen noch ausgedruckt und am 28. Oktober bin ich mit einem kleinen Koffer zum Taxistand gelaufen und mit einem Viaport Taxi (ja, die Marina hat sogar einen eigenen Taxistand) zum Flughafen Sabiha Gökçen gefahren. Die Fahrt hat keine 20 Minuten gedauert. Danach einchecken, einsteigen und nach dreieinhalb Stunden Flug in Düsseldorf aussteigen.

Abgeholt wurde ich von Sabrina und meinem Vater. Was für eine Freude!

Zuhause hat Filou mich sofort wiedererkannt. Er ist eigentlich immer total ruhig und entspannt, aber bei diesem Wiedersehen ist er vor Freude fast ausgeflippt.

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So nah und doch so fern

Gerade einmal 8 Seemeilen beträgt die kürzeste Distanz zwischen Nomade und dem Beginn des Bosporus am 22. Oktober. Es ist der letzte Törn mit Nomade in diesem Jahr und die Sicht ist anfangs eher schlecht. Etwa 3 Seemeilen weit kann ich schauen, alles darüber hinaus verschluckt der Dunst. Ich segel mit Nomade so nah an Istanbul vorbei und sehe dennoch nichts von dieser Metropole.

Getrübt ist die Stimmung trotzdem nicht. Denn das Jahresendziel ist nur noch wenige Stunden entfernt und bereits alles geregelt. Wir haben ein tolles Angebot in der Viaport Marina in Tuzla bekommen und auch mein Flug von Istanbul nach Düsseldorf ist bereits gebucht.
Und so genieße ich diesen abwechslungsreichen Törn in vollen Zügen.
Der Tag beginnt mit viel Wind von schräg achtern und zeitweise sehr kabbeligem Wasser. Es dauert nicht lange, da schiebt uns die Strömung des Bosporus merklich nach Süden. Wind und Strom stehen gegeneinander und sorgen für Bewegung im Wasser. Es gibt aber auch immer wieder Phasen mit Null Strömung. Die bevorstehenden Wechsel kann man bereits von weitem an der veränderten Wasseroberfläche erkennen. Das Verkehrstrennungsgebiet, das es zu überqueren gilt, lässt sich mit dem im Ärmelkanal vergleichen. Der Seeweg zwischen Dardanellen und Bosporus ist einer der meistbefahrenen der Welt. Dank AIS ist es trotzdem ein leichtes, den richtigen Moment zur Überquerung der Verkehrstrennungsgebiete zu finden.
Als das geschafft ist, liegen die Prinzeninseln an Backbord und die See wird immer ruhiger. Delfinbesuch habe ich heute auch noch einmal zum Abschluss der Reise. Überhaupt habe ich im Marmarameer viel mehr Delfine gesehen als erwartet. Auch wird hier sehr viel gefischt. Immer wieder trifft man auf große Trawler und unzählige kleinere Fischerboote.

Am frühen Abend liegen schließlich 33 Seemeilen hinter mir und ich bin unmittelbar vor der Viaport Marina. Auf Kanal 72 melde ich mich an und bekomme folgende Antwort (im Original auf Englisch): „Nomade, herzlich Willkommen in der Viaport Marina, bleiben sie bitte an ihrer Position, wir schicken einen Lotsen.“
Nach kurzer Wartezeit war dann das Lotsenboot bei mir und ich sollte folgen. Mit 3 Knoten ging es anschließend in den Bereich für Segelyachten. In der Gasse wartete bereits ein zweites Schlauchboot und ich musste nichts weiter machen, als vor der Box einlenken, aufstoppen und etwas rückwärts fahren. Ein Mitarbeiter hat vom Schlauchboot aus die Mooringleine am Bug belegt, der andere die Heckleinen. Völlig entspannt angekommen.
Wo das Büro ist, wollte ich dann wissen. Antwort: „Da brauchen sie nicht hin laufen, wir fahren sie mit dem Schlauchboot zum Büro.“
Dann ging es los, durch die neueste Marina in der Türkei. Der erste Eindruck war ziemlich überwältigend, der Empfang im Büro herzlich.
Nach einer zusätzlichen Zugangskarte für Sabrina brauchte ich nicht zu fragen, die lag bereits neben meiner fertig auf dem Schreibtisch.

Der Rückweg zu Nomade war ein wenig anders, als in anderen Marinas. Ich bin aus dem Staunen nicht mehr heraus gekommen. Man hat hier eine Marina geschaffen, die selbst in der Türkei einmalig ist. In ganz Europa gibt es nichts vergleichbares und im nächsten Beitrag werde ich euch ein wenig mehr über das Schlaraffenland für Segel- und Motorboote im Süden von Istanbul erzählen.

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Veröffentlicht unter Logbuch | Kommentare deaktiviert für So nah und doch so fern