Videoupdate #40

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Neue Scheiben braucht das Boot

Eigentlich braucht Nomade für die nächsten Etappen erst mal nur ein paar neue Rahmen, mit denen die vorhandenen Scheiben gehalten werden. Einige dieser Rahmen sind nämlich so stark korrodiert, dass Bruchgefahr besteht, sollte sich dort mal eine Welle von der Seite ungünstig austoben.
Das Problem vor Ort war allerdings, dass die Schrauben, mit denen die alten Rahmen gehalten werden, so festgegammelt sind, dass man das alles nur noch mit Gewalt lösen kann. Die Scheiben sind jedoch aus Echtglas. Es handelt sich dabei noch um die Originalen aus den 70ern, welche versenkt im Stahl mit unbekanntem Kit eingebettet sind.
Sprich, die Bruchgefahr beim Ausbau und damit das Risiko plötzlich ganz ohne Fensterscheibe dazustehen ist nicht zu unterschätzen. Und da ich langfristig sowieso von diesen Glasscheiben und dem Einbauprinzip weg wollte, habe ich nun „Nägel mit Köpfen“ gemacht und die Zeit in Wesel genutzt, um die ersten vier neuen Scheiben aus Polycarbonat anzufertigen.

Die Neuen werden nicht, wie die alten Glasscheiben, nur vom Rahmen auf kleiner Fläche gehalten, sondern sie werden mit dem Rahmen zusammen großflächig verschraubt. Das wird dazu führen, dass die Dichtfuge eine echte Fuge ist und (noch wichtiger) der Rahmen aus Aluminium keinen flächigen Kontakt mehr zum Stahlrumpf hat.
Die große Auflagefläche des Rahmens direkt auf dem Stahlrumpf hat nämlich dazu geführt, dass der Rahmen bei niedrigen Außentemperaturen so stark abgekühlt ist, dass er regelrecht in Kondenswasser geschwommen ist. Er hat über die Verschraubung nun praktisch als Anode gewirkt und sich geopfert.
Mit den neuen Scheiben aus Polycarbonat wird der Rahmen flächig vom Stahl isoliert. Wärmeverlust findet dann größtenteils nur noch über die Schrauben statt. Ob diese Maßnahme allein ausreicht um Kondenswasser zu verhindern, wird dann die Praxis zeigen.

Neue Rahmen haben wir bereits einige an Bord. Die hat Nomades Vorbesitzer noch anfertigen lassen.
Die neuen Scheiben bestehen aus 8mm Polycarbonat mit UV Schutzschicht. Ich konnte ein günstiges Reststück bekommen, welches geradezu ideal für 4 Scheiben gereicht hat. Nachdem Zeichnung und Fräsprogramm erstellt waren, habe ich das Material mit meiner CNC Fräse bearbeitet. Polycarbonat lässt sich sehr gut fräsen, wenn Vorschub und Drehzahl gut eingestellt sind. Man muss nur auf ausreichende Kühlung achten, damit das Material nicht schmilzt und den Fräser verklebt.
Nach dem Fräsen musste ich nur noch 4 Stege pro Scheibe durchtrennen und die Kanten entgraten. Und so sieht das einbaufertige Ergebnis aus:

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Snapdragon 890 zu verkaufen

Unser ehemaliges Segelboot Eos, eine Thames Marine – Snapdragon 890, sucht eine neue Crew! Der jetzige Eigner geht aus gesundheitlichen Gründen von Bord und da wir befreundet sind und gleich um die Ecke wohnen, übernehmen Sabrina und ich die Besichtigungstermine für Interessenten an Bord.
Dieser Beitrag dient der ausführlichen Beschreibung als Ergänzung zu den Inseraten, wie z.B. bei Ebay-Kleinanzeigen. Bei ernsthaftem Interesse könnt ihr uns gerne eine E-Mail schicken. Siehe Kontakt.

Eos ist ein langfahrttauglich ausgerüsteter Kimmkieler, Baujahr 1977 und hat in den letzten Jahren einige Refits und Aufwertungen erhalten. Ein Großteil der Ausrüstung wurde erneuert und erweitert.
Alle Wartungen sind gemacht, jährliche Pflegearbeiten wurden vor wenigen Tagen ebenfalls erledigt.
Eos wird mit „Pütt & Pann“ abgegeben und kann sofort bezogen und gesegelt werden.

Rumpflänge – 8,90m
Breite – 2,90m
Tiefgang – 1,00m
Verdrängung – 3400kg
Motor – Bukh DV20ME (20PS, Zweizylinder Einbaudiesel)

Gepflegter Zustand, sehr viel Ausrüstung, Kajüte in heller Eiche, Polster aus abnehm- und waschbarem Alcantara, leistungsstarke Solaranlage für eine unabhängie Stromversorgung und viele Backups.
Das Boot liegt im Mahnensee in Rees, einem See mit Hafen und direktem Zugang zum Rhein. Der Liegeplatz kann bei Bedarf mit übernommen werden.

Besegelung: Genua – 22,5m² (zweimal an Bord) / Großsegel – 18,5m² (zweimal an Bord) / Starkwindfock – 11,3m² / Sturmfock – 5,1m²

Kraftstofftank 100 l
Wassertank 50 l
Buganker – 12,5kg CQR + 52m Kette (8mm, verzinkt) + 18m Leine (16mm)
Lofrans Ankerwinsch
Heckanker – 10kg Faltdragon mit Kette und Leine
4 Solarmodule mit insgesamt 210Wp Leistung (zwei davon beweglich am Heckkorb)
Windgenerator – Rutland 504 mit 60Wp Leistung
Verbraucherbatterie 12V / 150 Ah AGM
230V Sinuswechselrichter – 350/ 700W Waeco SinePower MSI 412 mit USB Ladebuchse
Landstromanschluß + FI + Kabel
Hauptsicherungen + 14 Carling Sicherungsautomaten
Schlauchboot – Bombard Typhoon 200 Rollup
Aussenborder – 2,3 PS Honda 4-Takt

UKW-Seefunkstelle M-Tech SX 35 DSC mit integr. DSC Controller und GPS Anbindung
Wifi – ALFA Tube-U (N) + EnGenius Rundstrahler auf dem Geräteträger
Kurzwellenempfänger NASA Target HF3 Receiver

3 x 2kg Gloria Feuerlöscher, Löschdecke
Automatische Elektr. Bilgenpumpe + mobile elektr. Bilgenpumpe + Handpumpe
Rettungsinsel Plastimo für 4 Personen
Life-Link Rettungskragen mit 25m Leine
Markierungsboje
Maststufen

Furuno GPS Navigator mit externer Antenne auf dem Geräteträger
GPS Empfänger zum Anschluß an PC oder Notebook
SJ-8912R AIS Receiver an separater Antenne auf dem Geräteträger
Kompass im Cockpit, Peilkompass, Fluxgate-Kompass
Autopilot: Autohelm ST4000+ mit Anschluß zur Anbindung an PC oder Notebook
Windautopilot: Carbon Windfahnensteuerung nach Dr. Joern Heinrich
Instrumente: Echolot, Log

Uhren, Innenthermometer, Hygrometer, Außentemperaturanzeige, Wassertemperaturanzeige
Radio – Pioneer mit CD, USB, SDHC-Slot & Hertz EP 2 + Hertz ESK 165L
Toilette – Jabsco Bord WC
Kühlschrank – Waeco CoolMatic CR 65 mit 7,2l Gefrierfach
Kocher – Petroleumkocher Optimus 155W, 12V Wasserkocher
Trinkwasserversorgung – Membran Druckwasserpumpe + Aktivkohlefilterung
LED Deckenleuchten, LED Batterieleuchten
Wetterstation – NASA Meteoman mit Masteinheit auf dem Geräteträger (Barograph, Anemometer, Windrichtung)
USB Ladebuchsen, 12V Kfz-Buchse und eigenes 12V Steckersystem

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Argostoli, Amsterdam, Wesel

Am 23. Juni habe ich Nomade in Argostoli abgeschlossen, nochmal alle neun!!! Festmacher kontrolliert und mich auf den Weg zum Flughafen gemacht. Einchecken, einsteigen, abheben und einen letzten Blick aus der Luft aufs Schiff werfen, welches nun knapp 3 Monaten mein Zuhause war.
Einige Stunden später war ich dann in Amsterdam und nach ein paar Zugfahrten bin ich schließlich am Abend in Wesel angekommen. Sabrina, Filou, meine Nichte, meine Eltern und Benno waren da und ich habe mich riesig gefreut, alle wieder zu sehen.

So richtig begeistert war ich von dieser Unterbrechung der Reise trotzdem nicht. Aber es gibt einiges in Deutschland zu erledigen und in den letzten Wochen hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass bei dem Reisetempo der letzten Zeit, in Italien der finanzielle Ruin drohen würde. Hafengebühren jenseits der 100€, ja sogar jenseits der 200€ sind dort in der Hochsaison keine Seltenheit. Nicht pro Monat oder Woche, pro Tag!
Für die Hochpreisgebiete des Mittelmeeres gibt es noch, oder besser gesagt wieder, zu viele Baustellen. Der Zustand des Schiffs verbessert sich zwar stetig, aber es kostet eben Zeit. Auch, weil es unterwegs schwierig ist an entsprechende Teile zu kommen. Und wenn, dann dauert es lange. Das zieht wieder einen Rattenschwanz an Verzögerungen nach sich.
Ich komme einfach viel langsamer vorwärts, als ich mir das erhofft hatte und da muss ich ganz klar sagen, dass mein Plan viel zu optimistisch war. Das Wetter war zwar auch nicht gerade optimal, aber wann ist es das schon? Nomade ist einfach noch zu sehr Baustelle und das ist nicht gut.
Und jetzt sieht es eben so aus, dass ein Aufbruch gen Westen schlicht unsinnig wäre. Ohnehin ist mir im Moment ein wenig die Lust auf Sizilien vergangen, nachdem ich von fast allen Crews, die mir aus dieser Richtung  in den letzten Wochen entgegen gekommen sind, viel negatives gehört habe und in Argostoli unfreiwillig Bekanntschaft mit einer Art traditionellem sizilianischen „Way of Life“ gemacht habe, der in Filmen oft romantisch verklärt wird. Die Realität sieht anders aus und ist für Betroffene teuer, oder riskant. Teuer, wenn man zahlt, riskant, wenn man nicht zahlt. Und noch riskanter wenn man nicht zahlt und seinen Mund aufmacht.
Ich zahle also „nur“ nicht und halte zähneknirschend meine Klappe.
Allerdings bin ich enttäuscht, dass sich die Gerüchte, die man immer mal wieder hört, bestätigt haben. Und das 250 Seemeilen weit entfernt von Sizilien!
Aber egal! Kefalonia lasse ich mir nicht von ein paar Einzelnen vermiesen. Hier habe ich viele liebe Menschen kennengelernt.

Mittlerweile bin ich seit einigen Tagen in Wesel, habe letzte Dinge an Camino erledigt und arbeite unter anderem die Einkaufsliste für Nomade ab. Für die nächste Zeit stehen noch diverse Sonderanfertigungen fürs Schiff auf dem Zettel und Törnplanung muss auch noch gemacht werden. Es gibt ja nicht nur Sizilien…

Eine kleine Bilanz können wir nach 3 Monaten auch mal ziehen und eine Einschätzung für die Zukunft abgeben. Habt ihrs gemerkt? Ich hab „wir“ gesagt! Denn das ist ganz wichtig, auch wenn ich in letzter Zeit meistens im Singular geschrieben habe, Sabrina ist natürlich, auch wenn wir weit voneinander entfernt sind, immer mit involviert und arbeitet im Hintergrund an der Reise und für die Reise!

Also, Bilanz zuerst:

Knapp 3 Monate an Bord, davon drei Wochen zu zweit und knapp zwei Wochen zu dritt
4 Törns zu zweit, 6 Törns Einhand
280 Seemeilen im Kielwasser

Im Verhältnis von Strecke zu Zeit an Bord sieht man ganz gut, dass ich kaum vorwärts gekommen bin. Ich habe eben mehr am Boot geschraubt als ich segeln konnte.
Daran wird sich auch in nächster Zeit nicht viel ändern. Wenn ich bald wieder nach Argostoli fliege, werde ich eine Weile mit Reparaturen beschäftigt sein.

Und nun die Einschätzung zu Nomade und zur Zukunft:

Nomade war für uns ein Überraschungsei, aber das war von vornherein klar bei diesem Tausch. Jetzt haben wir mit ihr aber immerhin die ersten Seemeilen zurückgelegt und es hat auch Einhand funktioniert. Davor hatte ich wirklich Bammel und auch jetzt muss ich sagen, so eine große Ketsch Einhand zu bewegen fällt mir noch nicht leicht. Sie ist allerdings auch noch nicht wirklich optimal ausgerüstet, das darf man nicht vergessen.
Im Hafen kann ich Nomade trotz der Größe gut bewegen. Allein durch die hohe Masse bleibt für viele Manöver mehr Zeit. Nur Seitenwind bereitet manchmal Probleme. Da ist der gemäßigte Langkiel mit Bugspriet von allen Typen so ziemlich der mit dem größten Handicap. Während das Heck durch die große Lateralfläche in diesem Bereich wie festgenagelt im Wasser liegt, fehlt diese am Bug und lässt ihn entsprechend driften. Fast 15 Meter Länge über Alles können dann ganz schön viel sein, wenn das Hafenbecken eng ist und gewendet oder rückwärts angelegt werden muss, zumal Nomade über keinen ausgeprägten Radeffekt verfügt, den man nutzen könnte.

Die Seegängigkeit hat uns sehr beeindruckt. Besonders der Einhandtörn bei Windstärke 8 im Golf von Korinth ist mir immer noch lebhaft und vor allem positiv im Gedächtnis. Keine Bauchklatscher, kein Knarzen. Geschmeidig durch die Wellen gedampft ist sie, die Suncoast 42.
Vom bisherigen Handling unter Segeln waren wir ebenfalls sehr angetan, auch wenn längst noch nicht alles optimal ist.

Und das leben an Bord? Sabrina mag es, ich mag es! Trotz einer Raumaufteilung im Salon, die nicht nach unserem Geschmack ist, trotz provisorischem Campingkocher. Wir haben Platz ohne Ende. Hafenkoller? Fehlanzeige!
Das ebene Flushdeck ist ebenfalls etwas, das wir an Nomade schätzen. Es kostet zwar Höhe unter Deck, aber bei 42 Fuß Rumpflänge spielt das praktisch keine Rolle. Das Arbeiten an Deck auf See fällt dadurch allerdings wesentlich leichter, vor allem im Bereich des Großmasts.
Mit dem Center Cockpit haben wir genau das gefunden wonach wir gesucht haben. Wir fühlen uns in der Mitte des Schiffs pudelwohl. Gefällt uns viel besser als am Heck zu sitzen. Seekrankheit? Keine Spur!

Vor einigen Monaten waren wir uns noch unsicher, ob die Suncoast 42 die richtige Größe hat, oder nicht eine Nummer zu groß für uns ist. Man muss auch klar sagen, das man auf kleineren Booten ebenfalls gut leben und damit segeln kann. Jetzt wo ich mich so langsam an die Abmessungen gewöhnt habe, möchte ich den Raum und die Reserven in alle Richtungen jedoch nicht mehr missen.
Nomade hat das Potenzial dauerhaft auf ihr leben und mit ihr segeln zu können. Bis es soweit ist werden natürlich noch Jahre vergehen, das ist klar.

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Ein Tag in der ARK

Nachdem ich die nochmals überarbeitete Genua wieder auf die Rollanlage gezogen habe, bin ich am Mittwoch auf die andere Seite der Bucht, nach Argostoli gelaufen, habe etwas Futter für Hunde und Katzen besorgt und mich in ein Taxi gesetzt. Nach einem kleinen Umweg, aufgrund eines Missverständnisses, haben wir es nach einer Weile bis ans andere Ende der Stadt geschafft und ich war wieder dort, wo so vielen Tieren eine Chance auf Leben gegeben wird.

Marina und Joyce waren natürlich auch da. Wir haben uns ein wenig unterhalten und als es wieder an die Arbeit ging, bin ich geblieben. Ich wollte den beiden wenigstens einen Tag etwas helfen. Zuerst habe ich mir allerdings „meine“ drei Welpen angeschaut. Sie sind jetzt (geschätzt) etwa 7 Wochen alt.
Als nächstes wollte ich wissen, was ich machen kann. Es gibt so viel zu tun, aber am dringendsten war, die Näpfe zu spülen und alle beschmutzten Handtücher und Decken von Hand zu waschen. Das war mein Job und am späten Nachmittag hatte ich dutzende Näpfe gespült und zwei lange Leinen voll Wäsche hängen.


Während ich noch mit Waschen beschäftigt war, wurden bereits die Hunde und Katzen gefüttert. Um die 100kg werden täglich benötigt, um alle satt zu machen. Manche bekommen auch spezielles Futter, so wie die Welpen und Marina kocht in einem riesigen Topf für die Tiere.

Die Hunde sind alle sehr entspannt und toll sozialisiert. Man merkt, dass es Ihnen hier gut geht. Aber kaum jemand sieht, wie viel Arbeit dahinter steckt und wie schwierig es ist, so eine Arche am leben zu halten. Marina, die ARK vor etlichen Jahren gegründet hat, muss nicht nur für die Hunde und Katzen da sein, sie organisiert, repräsentiert und hat auch noch damit zu kämpfen, das ganze Projekt zu finanzieren.
Und Joyce? Sie wollte eigentlich „nur“ 4 Monate bleiben und ist nun fast 2 Jahre als Freiwillige hier.

Es werden einfach immer mehr Hunde abgegeben und zu wenige abgeholt. Und deshalb werde ich auch nicht locker lassen, bis die drei ausgesetzten Welpen, die ich selbst im Hafen gefunden habe, ein neues zu Hause haben!
Einige von euch haben den letzten Beitrag bei Facebook geteilt und darüber habe ich mich sehr gefreut. Gemeldet hat sich bisher leider noch niemand. Ich suche also nach wie vor drei Menschen oder Familien, die einem der drei Kleinen ein zu Hause geben möchten.
Wer nicht selbst nach Kefalonia fliegen möchte oder kann, aber trotzdem gerne einen der drei Hunde aufnehmen will, kein Problem. Die ARK kann einen Flugpaten finden. Der Hund kann dann für 60 € mitfliegen und ihr selbst müsst nur nach Amsterdam zum Flughafen kommen, um ihn abzuholen.

Wer Interesse hat, schickt uns einfach eine Mail. Siehe Kontakt

Und das sind sie nochmal:

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Welpenalarm

Eigentlich dachte ich, ich bin hier in Argostoli mit allem fertig. Immer wieder stellen wir auf unseren Reisen allerdings rückwirkend fest, dass wir nie zu lange an einem Ort waren, auch wenn man es in der Gegenwart manchmal anders wahrnimmt.

Vorgestern Abend war es schön ruhig. Im Gegensatz zu den Tagen davor endlich mal kein Schwell und kein Wind mehr. Ich wollte früh ins Bett, um nicht zu sehr aus dem Rhythmus zu kommen. Ich halte mich quasi auf Standby, falls doch mal irgendwann Wetter, Nomades Zustand und alles andere zusammen passen sollten.
Kurz nachdem ich in die Koje gekrabbelt war, hörte ich es. Erst ganz leise, dann immer lauter werdend. Ein Herz zerreißendes Winseln. Eindeutig ein Hund und gar nicht weit weg von hier. Dabei waren auf dieser Seite der Brücke bisher noch nie Streuner, seit ich hier bin.
Eine Weile habe ich mir das Gewinsel angehört.
Man könnte natürlich auch das Fenster schließen. So warm war es an diesem Abend nicht. Dann noch ein wenig Musik und schon ist die Welt wieder heil…

Also habe ich mich wieder aus der Koje gerollt, die Taschenlampe geschnappt und den Hafen abgesucht. Sehr weit musste ich nicht laufen und das Geräusch kam näher. Im Lichtschein der Lampe dann ein Schreck: Drei Hundewelpen!
Noch ganz klein und völlig verängstigt. Dem ersten Drang, sofort näher ran zu gehen, hat der Verstand einen Riegel vorgeschoben. Sofortiger Rückzug und zwar schnell. Denn es könnte ja sein, dass die Mutter auf Nahrungssuche und nur etwas spät dran ist. Dann sollten sie besser dort bleiben wo sie sind. Wirklich daran geglaubt habe ich zwar nicht, denn keine Hundemutter wird auf dieser Seite Futter suchen, wenn es das in Argostoli mit weit höherer Chance zu finden gibt.
Der abgelegene Platz, mit dem Auto wunderbar erreichbar, kurz nach Einbruch der Dunkelheit, passt eher zu folgendem Szenario: Ausgesetzt.

Trotzdem wollte ich nicht voreilig sein und bin deshalb lange wach geblieben. Hab sie winseln lassen und immer mal wieder von weitem geschaut wo sie sind. Weit weg sind sie nicht gelaufen und irgendwann lagen sie zusammengekuschelt auf der Pier und sind eingeschlafen. Da war es bereits 2 Uhr Nachts.
Mein Wecker hat dann um 6 Uhr geklingelt und der Entschluss etwas zu unternehmen stand bereits fest, sollten sie noch da sein.
Sie waren noch da und bereits wach. Haben ängstlich die Gegend um den Platz an der Pier erkundet. Als sie mich gesehen haben, fingen sie sofort an zu winseln und kamen auf mich zu gerannt. Locken musste ich sie nicht. Sie kamen freiwillig mit zu Nomade. Gezittert haben sie, obwohl es warm war.
Als erstes gab es Wasser und anschließend eine gute Portion kleingedrücktes Nassfutter. Zum Glück hatte ich noch eine Dose von Filou an Bord.
Nach dem Frühstück wurden sie etwas ruhiger. Aber sie haben trotzdem weiter ihre Mutter gesucht und gejankt. Die kleinen Würmchen standen völlig unter Schock.

Dass ich sie nicht behalten konnte war klar und auch nicht der Plan. Ich hatte die Hoffnung, sie in einer Auffangstation unterzubringen. Die Adresse hat mir Sabrina besorgt. Kurz nach 8 Uhr habe ich dort angerufen und einen Treffpunkt an der Brücke abgemacht. Dann sind wir langsam in die Richtung gelaufen. War gar nicht so leicht, denn für die Drei war ich offenbar bereits Ersatzmutter, an der man möglichst dicht dran bleiben muss.
Dann haben wir gewartet und ich hab sie mit beiden Händen so gut es ging abwechselnd festgehalten und gekrault.
Besonders der Kleinste von Ihnen hat das dringend gebraucht. Das Zittern und Winseln war sofort weg, wenn ich ihn gehalten habe. Keine Minute später hat er tief geschlafen. Auch die anderen beiden wurden schnell ruhig und entspannt.

Es hat dann doch etwas länger gedauert und ich wurde unruhig. Ob wir uns am Telefon vielleicht missverstanden haben, was den Ort angeht? Also habe ich einem Griechen mein Handy in die Hand gedrückt und darum gebeten, in der Auffangstation auf griechisch zu erklären, wo ich mich befinde.
Das war auch gut so, denn es gab tatsächlich ein Verständigungsproblem.
Wenige Minuten später hat die nette Dame mich gefunden. Wir haben die Welpen ins Auto gesetzt und ich war wieder allein. Am liebsten hätte ich alle behalten.

Kurz bevor sie abgeholt wurden.

Geschichte zu Ende?

Natürlich nicht!

Jetzt sind die Drei in der ARK, einer Auffangstation in Argostoli. Hunde und Katzen haben hier ein vorübergehendes zu Hause und werden von ehrenamtlichen Pflegerinnen betreut.
Damit erklärt sich dann auch die heile Welt der wenigen Streuner in Argostoli. Es gibt sie nicht! Denn es sind nur so wenige auf den Straßen, weil fast alle hier sind!
Hunde und Katzen, für die diese Arche nicht Endstation, sondern nur temporärer Aufenthaltsort auf dem Weg in ein vernünftiges Hunde- oder Katzenleben sein sollte. Das ist jedenfalls das erklärte Ziel.

Heute bin ich selbst in der ARK gewesen. Habe mir ein Taxi bestellt und gleich die 25kg Trockenfutter von Filou mitgenommen, die noch an Bord waren.

Was ich dort erlebt habe, hat mich schwer beeindruckt und als ich nach einer halben Stunde den Fußmarsch zurück zum Boot angetreten bin, hatte ich feuchte Augen.
In dieser Arche leben über 300 Hunde jeden Alters, sowie etwa 40 Katzen. Das Grundstück hat die Regierung zur Verfügung gestellt, alles andere wird von Helfern, den Pflegerinnen und über Spenden gestemmt.
Die Pflegerinnen, das sind Marina (aus Kolumbien) und Joyce (aus den Niederlanden).
Ja, mehr sind da nicht! Diese beiden Frauen übernehmen den Großteil der Arbeit in der Arche. Ehrenamtlich! Zwei Frauen, die sich um mehrere hundert Hunde kümmern, die Gehege reinigen, sie füttern, mit ihnen spielen und sie pflegen.
Ich war beeindruckt, wie toll sie die Tiere versorgen und wie liebevoll die beiden so gut es geht, jedem Tier gerecht werden.

Nachdem ich mir alles angeschaut habe, ging es dorthin wo die ganz Kleinen untergebracht sind. Da waren sie, „meine“ drei Findelkinder und ich glaube, sie haben mich sogar wieder erkannt. Einmal noch habe ich sie auf den Arm genommen, dann kamen sie zurück in ihr kleines Gehege. Und dort warten sie nun. Warten auf jemanden, der sie wieder raus holt aus der Arche.
Ich denke, es dürfte klar sein, dass Sabrina und ich im Moment nicht noch einem Streuner ein Zuhause geben können.

Wie viele Leser haben wir? Schwer zu sagen, wie viele es wirklich sind. Zahlen sollten jetzt aber auch keine Rolle spielen, denn es geht nun darum, diesen drei Welpen eine richtig gute Zukunft zu geben.
Was meint ihr? Finden sich unter euch drei Menschen oder Familien, die in der Lage sind, einem Hund ein zu Hause zu geben? Für immer?

Falls jetzt der Einwand kommen sollte: „Aber der Aufwand und die Kosten…“

Ich kann euch beruhigen, so wild wird das nicht. Wir haben finanziell keine Hilfe für Filou angenommen und alles selbst gestemmt. Lange Unterbringung, Tierarztkosten, Reisekosten usw. und es hat uns nicht ruiniert.
Das würde bei den drei Kleinen ohnehin anders aussehen. Es kümmert sich ja bereits jemand um sie.

Ansonsten:
Transavia fliegt z.B. jeden Freitag von Amsterdam nach Argostoli. Hinflug, Rückflug und ein Ticket für den Hund kosten zusammen etwa 350€. Günstige Hotels findet man hier genug für ein paar Tage. Es gibt auch andere Möglichkeiten. Man muss nicht zwingend hier her fliegen. Aber man muss natürlich wollen!

Ich erwarte nicht viel von euch. Nur eine Kleinigkeit, diesmal: Teilt diesen Beitrag bitte bei Facebook und sprecht mit Menschen darüber, von denen ihr glaubt, sie wären die Richtigen für einen solchen Hund.
Und dann meldet euch bei uns, falls ihr ernsthaft glaubt, einem der Welpen eine richtig gute Zukunft geben zu können. Oder einem der anderen Tiere dort.

Und hier sind sie nochmal, übrigens alle drei Jungs:

Der mit dem kurzen Fell, als er noch bei mir am Boot war.

Der kleine mit dem längeren Fell.

Der Weiße, bei Joyce auf dem Arm.

Und falls ihr einfach keinen Hund aufnehmen könnt, aber trotzdem helfen wollt: Jede Spende hilft der ARK und wenn sie auch noch so klein ist. Schaut einfach mal auf der Website vorbei und macht euch selbst ein Bild, wer alles hinter dem Projekt steht:

ARK (Animal Rescue Kefalonia)

Und noch eine Möglichkeit zu helfen gibt es, die fast dringender ist als alles andere. Es werden ehrenamtliche Pfleger und Helfer gebraucht, damit nicht alles an Marina und Joyce hängen bleibt.

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Aller Anfang ist schwer und leicht zugleich

Diesmal nix mit segeln! Ist mir auch ganz recht so, denn Nomade und das Wetter bereiten mir mal wieder Kopfschmerzen. Darüber dann vielleicht im nächsten Beitrag mehr.
Es geht also diesmal um Filou und was in den letzten Wochen so in Wesel und Umgebung passiert ist.

Es gibt viele Gute und einige schlechte Nachrichten. Fangen wir mit den Guten an: Filou hat sich unglaublich schnell eingelebt und an seine neue Umgebung angepasst. Wir waren wieder einmal überrascht, wie schnell er lernt.
Da Sabrina ja bereits zwei Tage nach der Ankunft in Wesel wieder arbeiten musste, blieb auch nicht viel Zeit. Er musste also bereits kurz nach der anstrengenden Reise eine ganze Weile allein in unserer Wohnung bleiben. Das kannte er zwar bereits von Yanna, die ihn in Griechenland für uns eine Zeit lang gepflegt hat, aber hier war er jetzt ganz allein. Keine anderen Hunde mehr um ihn herum, was er schließlich von klein auf gewohnt war.
Natürlich war er nicht die vollen 8 Stunden allein, während Sabrina auf der Arbeit war, denn mein Vater geht seitdem jeden Mittag eine große Runde mit ihm und schaut nach dem Rechten. Das hilft uns jetzt, wo ich nicht da bin, sehr.
Ansonsten trägt Filous Rhythmus dazu bei, dass es überhaupt keine Schwierigkeiten gibt. Er ist schließlich Grieche! Nach dem Frühstück und der großen Runde mit Sabrina, verschläft er fast den ganzen Tag und wird erst abends wieder richtig munter. Das zeigen die Aufnahmen der Kamera, mit der Sabrina ihn in den ersten Tagen überwacht hat, um auf eventuelle Probleme reagieren zu können.
Sein Schlafrhythmus ist uns ja bereits in Athen im Bordalltag aufgefallen. Dort ist er immer am frühen Vormittag in sein Bett in der Achterkabine gekrabbelt und hat Siesta gemacht. Fast den ganzen Tag.

Filou zu Besuch auf Camino.

Mit dem Hund meiner Eltern versteht er sich prima. Sorge hatten wir da zunächst auch nicht wegen Filou, der kommt geprägt durch seine Sozialisation auf der Strasse sowieso mit jedem Hund aus, wir wussten allerdings nicht, wie Benno reagiert, wenn ein anderer Hund in sein Revier eindringt. Aber auch das verlief völlig unspektakulär. Benno hat sich über Filou gefreut wie ein kleines Kind, das etwas zum Geburstag bekommt. Man musste am Anfang eher aufpassen, dass er Filou nicht mit spielen überfordert, denn Benno ist ein ziemlich aufgeweckter Lagotto Romagnolo.

Und draussen? Da gab es für Filou viel zu entdecken. Saftiges, kühles Gras kannte er bisher so noch nicht. Dichter Wald war auch völlig neu für ihn und der Umgang mit den vielen Hunden an der Leine war ebenfalls etwas kaum bekanntes. Er war schließlich Streuner. Ein Freigeist und Mitglied in einem großen Rudel. Aber auch solche Begegnungen verliefen harmonisch.
Immer wieder waren Leute von seiner entspannten Art angetan und ich musste an einen wunderbaren Hund denken, den wir vor einiger Zeit in Royan kennengelernt haben.

Die Eingewöhnung in den Alltag war also unglaublich leicht. Auch der erste Besuch bei unserer Tierärztin war unspektakulär. Nur Filous Gesundheitszustand hat uns noch Kopfzerbrechen bereitet. Denn trotz bestem Futter wollte er nicht zunehmen. Im Gegenteil, er hat wieder Gewicht verloren und musste sich so manches mal übergeben.
Wir hatten uns ja bereits gefragt, warum er in der Zeit bei Yanna, trotz guter Versorgung, kaum zugenommen hat. Aber sein gesamter Verdauungsapparat hat sich von der Zeit als Streuner einfach noch nicht vollständig erholt. Er bekommt nun Medikamente und Sabrina hat Kiloweise Möhrensuppe für ihn gekocht, um unterstützend seinen Magen und Darm wieder in Ordnung zu bringen. Gestern dann der erste Erfolg, nachdem er eine Woche lang sehr gut gefressen und sich nicht mehr übergeben hat. Filou hat 100 Gramm in einer Woche zugelegt. Leergewicht nun: 21,4kg

Darauf steht Filou total.

Erst jetzt im Nachhinein merkt man, wie knapp das für ihn im Winter in Kilada ausgegangen ist. Ich möchte nicht wissen, was er sich da so manches mal aus den Mülltonnen raus geholt und in den Magen gestopft hat, um irgendwie den Hunger zu lindern und über die kalten Winternächte zu kommen.
Denn bereits Yanna und die Tierärztin in Kapandriti haben ja seit Ende Januar viel an seinem Gesundheitszustand gearbeitet, aber erst jetzt, im Juni sehen wir so langsam das Licht am Ende des Tunnels. Nun hoffen wir, dass er kontinuierlich zulegt und kräftiger wird, denn eine weitere Baustelle muss noch angegangen werden.
Sabrina war vor ein paar Tagen mit ihm bei einer Zahnärztin für Tiere, denn bei genauem hinsehen ist ihr aufgefallen, dass im Oberkiefer ein Zahn abgebrochen, sowie am Fangzahn im Unterkiefer großflächig der Zahnschmelz abgesplittert ist. Vermutlich hat er da mal beim Müll durchstöbern auf etwas extrem hartes gebissen.
Der Zahn im Oberkiefer ist leider nicht mehr zu retten, denn die Bruchstelle sitzt zu tief, um das mit einer Krone sicher wieder aufzubauen. Würde man den Zahn nicht ziehen, bekäme er dort früher oder später Zahnschmerzen. Also muss dieser Zahn leider entfernt werden. Es wird ihn zumindest nicht behindern.
Der Fangzahn kann zum Glück wieder repariert werden. Dort trägt Sabrina in den nächsten 4 Wochen zweimal täglich ein spezielles Gel auf, um den Schmelz zu stabilisieren und danach wird dort, so wie man es auch beim Menschen macht, mit einer Schicht aus Kunststoff verblendet.
Da man die OP an den beiden Zähnen allerdings nur unter Vollnarkose machen kann, werden wir noch einige Zeit warten müssen. Denn die Zahnärztin hält einen solchen Eingriff in seinem jetzigen Zustand für viel zu riskant. Er muss erst wieder richtig kräftig sein.

Hier sieht man den abgesplitterten Zahnschmelz und den abgebrochenen Zahn im Oberkiefer.

Dann gibt es noch etwas interessantes zu Filous geschätztem Alter zu berichten. Laut seinem Pass ist er jetzt etwa 13 Monate alt. So hat ihn die Ärztin in Kapandriti geschätzt. Auch unsere Ärztin hat ihn auf ebendieses Alter anhand der Entwicklung seiner Zähne geschätzt. Sie meinte sogar, eher etwas jünger.
Alles Paletti, sollte man nun meinen, aber weit gefehlt. Denn ich kenne jemanden, der hat ihn bereits 2016 im Januar schon in Kilada gesehen. Wäre Filou jetzt 13 Monate alt, dann würde das absolut nicht zusammen passen. Im Januar wirkte er auch auf mich sichtbar älter als ein Hund von etwa 7 Monaten.
Wir können uns das nur so erklären, dass er bedingt durch das schlechte Futter aus den Mülltonnen, eine so langsame Entwicklung durch gemacht hat, dass sein Gebiss dem eines Hundes im Alter von etwa 13 Monaten entspricht, er aber bereits älter ist. Der wahrscheinlichste Geburtszeitraum für ihn müsste daher der Sommer 2015 sein.
Und deshalb haben wir uns nun darauf geeinigt, dass Filous Geburtstag der 1. August 2015 ist und an dem Tag gefeiert wird.

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Schönes Land trifft schönes Meer

Nachdem vor einigen Tagen Nomade startklar für die Überfahrt nach Italien war, jedoch kein gutes Segelwetter in Sicht, habe ich mir einen Roller ausgeliehen. Bei „Ainos Bicycle Store“ bin ich gelandet und konnte für 20€ einen 150er Roller für einen Tag bekommen. Toller kleiner Laden, sehr netter Besitzer und ein gut gewarteter Roller. Ich war 9 Uhr morgens dort. Wann ich den Roller am nächsten Tag wieder zurück bringen soll, wollte ich wissen. „Egal, wann es dir passt. Ich bin morgen sowieso erst wieder nachmittags da. Wirf den Schlüssel einfach dort in den Briefkasten.“
Typisch griechisch entspannt. Das gefiel mir gleich und so bin ich los, mit etwas Proviant und meinem Reiseführer von 1994 im Rucksack, den ich tags zuvor überflogen hatte.
Das erste mal seit über 10 Jahren kam so etwas wie Motorradfeeling bei mir auf und ich war froh, einen 150er statt der kleinen 50er Roller bekommen zu haben, die man hier sonst für 20€ haben kann. Also ging es nach einem schnellen Einkauf bei Lidl (wenn man schon mal ein Fahrzeug hat) die bergige Straße ins Landesinnere hinauf. Ich wollte unbedingt auf den Ainos, den höchsten Berg der Insel.

Mit dem Roller unterwegs.

Die Straße in Richtung Sami, einem Ort auf der Ostseite der Insel, ist gut ausgebaut. Irgendwann biege ich rechts ab und der Asphalt wird schlechter. Die Strasse ist sehr schmal und führt in Serpentinen immer weiter hinauf ins Gebirge. Erst 500 Höhenmeter, dann 1000 und es wird deutlich kühler. So kühl, das ich trotz Pullover und meiner Offshore Segeljacke fröstel. Ich wünsche mir Handschuhe.

An manchen Stellen der Strecke versperren Kies und Felsbrocken der letzten Erdrutsche Teile der Straße, aber man kommt noch gut daran vorbei. Im Gegensatz zu den Palmen an der Küste stehen hier Pinien und Tannen dicht an dicht. Überall Moos und einzigartige Vegetation. Sogar eine kleine Herde seltener Wildpferde soll es hier noch geben. Ein krasser Gegensatz zur warmen, trockenen, mit Palmen bewachsenen Küstenregion.
Auf den letzten Höhenmetern vor dem Gipfel muss sich der Roller etwas quälen. Man spürt deutlich den Leistungsverlust durch den geringeren Sauerstoffgehalt in der Höhe und hier oben ist es nun richtig kalt. Dann noch ein, zwei Kurven und ich bin angekommen, auf dem Gipfel. 1.628 Meter über dem Meer und das spürt man hier so deutlich wie auf keinem anderen Berg, den ich zuvor besucht habe. Ich stelle den Roller ab und gehe ein Stück auf dem Wanderweg. An einigen Stellen neben diesem Weg geht es fast senkrecht hinunter und mehr als eineinhalb Höhenkilometer unter einem, das Meer. Ein atemberaubender Anblick und mit einem Foto nur schwer festzuhalten!

Die Abfahrt zurück zur Verbindungsstrasse nach Sami lag schnell hinter mir. Es wurde wieder wärmer und nach wenigen Kilometern war ich an meinem nächsten Ziel. Die Tropfsteinhöhle von Drogarati. Eine etwa 150 Millionen Jahre alte Höhle, gespickt mit Stalaktiten und Stalagmiten und von beeindruckender Akustik. Früher wurden hier oft Konzerte gegeben. Heute bin ich völlig allein in dieser großen Höhle. Kein anderer Besucher ist hier. Und das Ende Mai. Die Insel wird zwar von Touristen besucht, allerdings nicht von Massen eingenommen. Ich habe auf meinen Streifzügen nicht eine einzige Bettenburg gesehen.

Und so geht es nach dem Rundgang durch die Drogarati Höhle weiter nach Sami, dem hübschen Küstenort an der Ostseite, mit seinem kleinen Hafen. Hier liegen deutlich mehr Segelyachten als in Argostoli. Ich mache ein paar Fotos und fahre zügig weiter. Der nächste Höhlenbesuch steht auf dem Programm. Die Tropfsteinhöhle von Melissani ist völlig anders als die in Drogarati. Die Höhle ist zum Großteil mit kristallklarem Wasser gefüllt, das Dach bei einem der Erdbeben eingestürzt. So fällt in den ersten Teil Tageslicht ein und illuminiert das Wasser türkis.
Man wird mit einem kleinen Ruderboot durch die Höhle gefahren und ich habe das große Glück, von einem Pärchen aus den Niederlanden begleitet zu werden. Die beiden sind Musiker und geben in der Höhle spontan ein beeindruckendes Minikonzert, vor einer Kulisse, in der vor fast Dreitausend Jahren dem Hirtengott Pan gehuldigt wurde.
Unser Skipper lässt sich kurz darauf nicht lumpen und stimmt gleich noch ein griechisches Volkslied an. Gänsehautfeeling!
Wir wären alle Drei am liebsten im Boot sitzen geblieben und die Runde gleich noch einmal gefahren.

Der unterirdische Bootsanleger in Melissani

Kristallklares, 15m tiefes Wasser in Melissani

Nach dieser Tour in einem der Holzboote, die noch dieselben sind wie in meinem alten Reiseführer, fahre ich weiter an der Küste nach Norden entlang. Vorbei an unzähligen kleinen Stränden, an denen entweder niemand ist, oder ein Pärchen einen ganzen Strand für sich hat. In dem kleinen Küstenort Ajia Evphimia biege ich wieder nach Westen ab, denn der Tag neigt sich bereits dem Abend zu. Ich komme vorbei an beeindruckenden Küstenabschnitten und durch beschauliche Dörfer. So wenig Leerstand, wie hier auf Kefalonia, habe ich bisher in Griechenland noch nicht gesehen. Vieles ist hier noch intakt. Wirtschaft und Tourismus scheinen gut zu funktionieren. Einiges erinnert mich an das Kreta von vor fast 2 Jahrzehnten. Die Menschen sind hilfbereit und entspannt. Keine Streitereien unter den Fischern im Hafen, wie ich es in letzter Zeit oft in anderen Orten mitbekommen habe und kein Palaver. Selbst die (wenigen) Streuner sind hier wieder so entspannt wie in Kilada und im Laden meines Rollervermieters wurde ein ganz winziger von ihnen mit der Flasche gefüttert.

Am Abend bin ich wieder zurück bei Nomade und stelle den Roller nebens Boot. Am nächsten Tag, gegen Mittag, tanke ich die „Maschine“ voll, stelle sie vor den Laden und werfe den Schlüssel zusammen mit einer Kleinigkeit in den Briefkasten. Ich schicke Nico (ja, mein Vermieter hat den gleichen Vornamen wie ich) eine SMS, dass der Roller wieder zurück ist und schlendere gemütlich durch Argostoli in Richtung Brücke.
An einem der Obstläden decke ich mich für knapp 3 Euro mit Früchten für mehrere Tage ein und beobachte danach noch eine Weile die Caretta Caretta Meeresschildkröten an der flachen Brücke zur anderen Seite der Bucht.

Fussgängerbrücke nach Argostoli

Ja, Kefalonia hat es mir angetan und ich denke mir so manches mal, wenn ich als einziger dort stehe und bis zu 8 !!! dieser faszinierenden Schildkröten ihre Runden drehen und das saftige Seegras der Bucht abweiden: „Gut, dass diese Insel noch nicht überrannt wurde.“
Kefalonia tut dieser sanfte Tourismus gut. Das Preisniveau ist inseluntypisch niedrig, vieles noch intakt und mein Reiseführer von 1994 hat ebenfalls noch gestimmt. Die Fotos darin hätten auch von heute sein können. Nur die Palmen in Argostoli sind heute etwas größer als damals.

Dabei habe ich hier nur an der Oberfläche gekratzt. Man könnte wochen- oder monatelang diese Insel im Ionischen Meer erkunden. Könnte die Schildkrötenstrände im Süden besuchen, von denen kaum jemand Notitz nimmt (fast alle fahren deshalb nach Zakynthos), die alten Zeus Tempel und uralte Klöster besuchen oder sich einfach an einen der unzähligen einsamen Strände legen.

Nur allein wird das auf Dauer doch etwas einsam.

Kefalonia, für mich der bisher schönste Ort in Griechenland, den ich entdeckt habe. Und ich hoffe sehr, eines Tages mal zusammen mit Sabrina hier zu sein.

Wie es Sabrina und Filou in Deutschland ergeht, davon erzähle ich euch demnächst. Während ich an diesem Beitrag schreibe, sind die beiden gerade beim Hundezahnarzt.

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Schönes Wetter in Argostoli

Eigentlich kann ich mich hier überhaupt nicht beschweren. Ich liege in einem gut geschützten Hafen auf Kefalonia. Jeden Tag scheint die Sonne und ich laufe meist nur mit einer Badehose bekleidet herum. Daneben kostet der Liegeplatz für Nomade keinen Cent, ich habe hier meine Ruhe und die Insel ist für mich der schönste Fleck, den ich bisher in Griechenland entdeckt habe.

Man könnte also meinen das alles in bester Ordnung ist. Aber leider komme ich nicht hier weg seit Nomade startklar ist und so langsam nervt das. Denn ich bin ja nicht zum Urlaub machen hier. Ich will weiter nach Westen. Aber genau von dort kommt der Wind. Genau aus der Richtung in die ich segeln möchte.
Jetzt könnte man ja einwerfen: Na dann halt kreuzen!
Ja, darüber denke ich auch jedes mal nach, wenn ich die neuesten Gribfiles lade. Aber es sind 250 Seemeilen bis zum nächsten sinnvollen Hafen. Theoretisch ginge auch noch einer mit 190, aber davon hat mir ein Italiener, der sich gut auskennt, abgeraten. Die Einfahrt ist nur 2,50m tief und versandet ständig.
Ansonsten gibt es an der Stiefelspitze Italiens nix. Entweder segelt man direkt nach Reggio Calabria oder macht einen kurzen Stopp in Taormina oder einem Hafen an der Ostseite von Sizilien. Denn Reggio Calabria liegt bereits weit nördlich in der Strasse von Messina und da muss einiges zusammen passen, damit man sich dort nicht gegen Strom und Wind die Zähne ausbeißt.
Kreuzen würde die Fahrt auf etwa 3 Tage und Nächte ausdehnen. Für so eine lange Zeit ist das Gebiet für einen Einhandtörn allerdings zu stark befahren. An etwas Schlaf wäre im Prinzip nur in der ersten Nacht ohne viel Risiko zu denken, danach ist man schon wieder dicht an den Schifffahrtsrouten, oder kreuzt direkt in diese hinein. Es gibt Fähren, Kreuzfahrtschiffe, Frachtverkehr und eine unbekannte Anzahl überbesetzter Boote die von Süden kommen. Denn alle Schiffe die nicht von Frontex an der Überfahrt von Libyen nach Italien gehindert werden, zählt kaum einer. Aber es gibt sie und man kann sich nicht darauf verlassen, das die Steuermänner die Kollisionsverhütungsregeln kennen. Diese Schiffe werden ja nicht von Seeleuten gesteuert, sondern meistens von Menschen die sich die Überfahrt nicht leisten können. Die halten dann als Hilfsskipper ihren Kopf hin. Die Schlepper sitzen an Land und zählen zufrieden die Scheinchen, während die Flüchtlinge draußen auf maroden Schiffen um ihr Leben bangen.
Eine Kollision ist natürlich trotzdem unwahrscheinlich. Das schwierige wäre die Konfrontation mit einem Flüchtlingsboot in Notlage. Was macht man dann? Klar, Mayday funken und helfen. Aber wie? Mit einer winzigen Rettungsinsel und einem Schlauchboot? Auf so eine Konfrontation kann man sich nicht einmal gedanklich vorbereiten, denke ich. Das ist immer eine Katastrophe für alle Beteiligten, egal wie viele Schiffe dort helfen.

Alles nicht so einfach, auch wenn das Ionische Meer meistens ein sehr ruhiges ist.

Man könnte natürlich auch auf direktem Kurs gegen den Wind motoren um die Zeit auf See zu verringern, komme was wolle! Bei 250 Seemeilen allerdings irgendwie auch nicht wirklich prickelnd. Da würden einige Liter Diesel verfeuert werden.
Bei Flaute würde ich das vielleicht noch in Erwägung ziehen, wenn sonst nichts anderes in Sicht ist.

Oder mit halbem Wind hoch nach Korfu segeln. Da war ich heute morgen aus Frust kurz davor!
Aber was will ich in Korfu? Das wäre ein riesiger Umweg.

Wobei genau das zwei Yachten aus Frankreich so machen. In kleinen Etappen nach Korfu, dort rüber nach Italien und wieder nach Südwesten.
Ich habe trotzdem noch die Hoffnung, das irgendwann etwas anderes als Westwind einsetzt. Ostwind zum Beispiel, oder Nordost, oder Südost, oder Nordwind, oder Südwind, von mir aus sogar Flaute. Fast alles ist hier willkommen, solange es kein Sturm oder Westwind ist!
Dann könnte ich die Franzosen kurz vor Messina vielleicht noch abfangen, aber die Wartezeit drückt schon ein wenig aufs Gemüt. Zumal ich der einzige hier bin. Fast alle anderen Boote sind hier abgestellt und werden, wenn überhaupt, nur mal am Wochenende kurz besucht.
Andere Fahrtensegler sind hier auch keine. Die beiden Yachten unter französischer Flagge waren die einzigen, die ebenfalls ins westliche Mittelmeer wollen.
Wenigstens bin ich nicht zum rumsitzen verdammt, denn es gibt noch genug am Schiff zu tun. Und so schleife und lackiere ich hier und da und träume von einem Segeltörn übers Ionische Meer.

Nur heute nicht! Heute werde ich ein Buch lesen, von dem ich bisher noch nichts wusste. Es ist ein Geschenk von Sabrina und ich durfte es heute morgen auspacken.

Es erzählt die Geschichte eines Mannes, der mit einer alten Ketsch irgendwie nicht vorwärts kommt und am Ende trotzdem bis nach Australien segelt.
Das Schiff heißt Tagedieb und der Honigbär auf dem Foto wird Taugenichts genannt. Klingt sehr interessant und passend.

Danke Sabrina! Darüber habe mich wirklich sehr gefreut. :-)

Im nächsten Beitrag erzähle ich euch dann etwas mehr von meiner Trauminsel, Kefalonia.

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Trizonia, Mesolongi, Argostoli

Trizonia, kurz vor Sonnenaufgang.Auf Trizonia wäre ich gerne noch einige Tage länger geblieben. Hier gab es zum ersten Mal seit langer Zeit eine richtig bunte Segler-Szene, mit allem was dazu gehört. Abenteurer, Aussteiger, Gemütlichkeit und natürlich auch etwas Zoff. Kein Wunder, wenn man lange dicht beieinander liegt. Aber wo gibt es den schon nicht. Mich hat er jedenfalls nicht interessiert.

Interessiert haben mich allerdings die Geschichten. Da war zum Beispiel Altan, der hier eine 20t schwere Segelyacht gekauft hat, allerdings noch nie zuvor gesegelt ist. Aber er kennt sich bereits auf See aus, denn er ist schon etliche Jahre mit Motorbooten unterwegs gewesen.
Seine Yacht hatte allerdings ein Problem, das Getriebe vom Saildrive war abgefallen. In Griechenland ist so ein Problem schwerwiegend, denn es gibt nicht viele Möglichkeiten, große Boote mal eben aus dem Wasser zu holen. Ich hoffe jedenfalls, dass er mittlerweile eine Lösung finden konnte und bald seine Heimat, einen Küstenort in der Türkei, erreicht.
Dann war ich noch zu Besuch bei Charlotte und Hans-Jörg auf der S/Y Cassiopeia Of Douglas. Ein ungewöhnliches, interessantes Berufsleben hat der sympathische Eigner einer Najad hinter sich. Als Kfz-Mechaniker angefangen, saß er nach vielen Zwischenstationen irgendwann im Cockpit eines Airbus A320 und hat den Jet auf Langstrecke geflogen. Heute ist er im Ruhestand. Und in Trizonia? In Trizonia habe ich ihn im Klettergeschirr in den Masttopp seiner Segelyacht gezogen. Dort musste er etwas reparieren. Luftaufnahmen hat er natürlich auch von dort oben mitgebracht.
Dann hatte ich noch Besuch von Heinz, der heute einen Katamaran segelt und Nomade sofort als Suncoast 42 erkannt hat. Denn vor vielen Jahren hat er selbst einmal versucht, eine Suncoast zu bekommen. Damals gab der Markt allerdings überhaupt nichts her.

Blick von oben: An Deck sind Charlotte, Altan und Nico. © Hans-Jörg Frömmer

Trizonia von oben. © Hans-Jörg Frömmer

Nach einigen Tagen, an denen ich nicht nur von Boot zu Boot getingelt bin, sondern auch wieder viel an Nomade geschraubt habe, gab es am 15. Mai einen günstigen Wetterbericht für die Fahrt nach Mesolongi.
Diesmal hat er auch gestimmt. Im Laufe des Vormittags setzte Nordostwind ein und ich bin mit viel Fahrt unter der Brücke von Patras hindurch gesegelt. Endlich lag der Golf von Korinth hinter mir. Der Rest des Törns war unspektakulär. Der Wind irgendwann wieder weg und die lange Fahrt den Kanal hoch bis Mesolongi sehr gemütlich. Hat mich ein bisschen an die Kanalfahrten in Frankreich erinnert.
In Mesolongi lag ich am Stadtkai. War mir irgendwie zu laut. Auch der ganze Ort hat mir wenig gefallen. Zwar überall wirklich nette Menschen, aber auch viel Palaver, laute Prollkisten und leider sehr viele Strassenhunde. Einige hatten Bisswunden, es gab ab und zu Zoff unter ihnen.
Der Schutz in Mesolongi ist allerdings perfekt. Durch den langen Kanal kommt absolut kein Schwell mehr im Hafen an. Das war es dann auch schon mit den Vorzügen. Also weiter!

Weiter nach Kefalonia, genauer, nach Argostoli wollte ich. Ich erspare euch die Details zum Wetter. Hat mal wieder nicht gepasst, aber egal, ließ sich trotzdem segeln und nach 59 Seemeilen war ich da, auf der größten griechischen Insel im Ionischen Meer.
Kurz nach meiner Ankunft, Sturm und Gewitter! Glück gehabt. Hätte ich an diesem Morgen ein paar Minuten länger geschlafen und einen zweiten Kaffee getrunken, es hätte mich schlimm erwischt. Selbst in dieser kleinen Bucht wurde es recht turbulent. Eine Yacht ist leider mit dem Heck auf die Pier geknallt und wurde unschön zugerichtet.
Nomade dagegen lag längsseits wie ein Fels in der Brandung da. Nur um die Fender habe ich mir wieder etwas Sorgen gemacht. Ist aber alles gut gegangen.
Nach zwei Nächten an der wirklich schönen und verhältnismäßig ruhigen Promenade in Argostoli, bin ich an den Verladekai gefahren und habe mir dort Diesel von einem Tankwagen bringen lassen. Anschließend habe ich Nomade auf die andere Seite der Bucht in eine aufgegebene Marina verlegt. Hier ist absolut nichts los. Kostet nichts, bietet nichts und Licht gibt es nachts auch keins. Hier kann ich mich in Ruhe um die letzten Reparaturen an Nomade kümmern und auf ein günstiges Wetterfenster für die nächste Etappe warten.

Das Fenderproblem für besonders scharfkantige Kaimauern ist nun auch gelöst. Habe einen alten Good Year auf einem der Müllhaufen gefunden! Loch rein gebohrt, Leine drum, fertig. Damit es keine unschönen schwarzen Reifenspuren an Nomade gibt, sind bereits Flächenfender an Bord. Die kommen dann zwischen Reifen und Bordwand.

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