Auf zur Ladesäule

Film: Fomapan 100
Kamera: Weltaflex
Fahrzeug: Trabant 601

Einfach mal ne Runde mit der Elektropappe um den Block cruisen: Unbezahlbar

Ja, der Trabant hat nach über 2 Jahren Entwicklungs- und Restaurationszeit den „Segen“ des TÜV und die „Heiligsprechung“ des Straßenverkehrsamts bekommen.
Für mich geht damit eines der aufwändigsten Projekte überhaupt zu Ende. So richtig real fühlt es sich noch nicht an, mit einem praktisch neuen Trabant 601 E durch die Gegend zu fahren.
Im Moment habe ich noch etwas Angst, es könnte ihm etwas passieren. Zum Beispiel, dass er schmutzig wird.

Das Foto ist übrigens mit einer alten Weltaflex, einer zweiäugigen Spiegelreflexkamera, entstanden. Diese Kamera hatte ich erst vor kurzem restauriert. Das hatte zunächst nichts mit dem Trabant zu tun, es war reiner Zufall, dass die alte Kamera aus der DDR zeitgleich mit dem Trabant fertig geworden ist.
Und so ergab sich die witzige Möglichkeit, das erste Foto des zugelassenen Trabis auf Rollfilm aufzunehmen.
Entwickelt habe ich den Film in Adonal. Für mich ist das immer ein absoluter Genuss! Mit das Beste am gesamten Prozess der analogen Fotografie.

Jetzt ist er also fertig, der gute alte Trabant und ich freue mich schon sehr auf die Zeit, wenn ich ihn im Alltag auf der Straße bewegen werde.
Würde ich so einen Umbau noch einmal machen? Wahrscheinlich nicht!
Ich bin zwar froh, dass ich dieses Projekt begonnen und auch zu einem guten Ende gebracht habe, aber es hat mich graue Haare gekostet. Gar nicht so sehr die Entwicklung der Technik, obwohl die auch eine enorme Herausforderung für mich war. Es war vielmehr der Umgang mit Paragraphen und Verordnungen, sowie den Menschen die entsprechendes umsetzen, durchsetzten und von denen man abhängig ist.
Da so ein Umbau, wenn er wie in meinem Fall eine Neuentwicklung ist, über Jahre geht, besteht ein hohes Risiko, dass sich die Gesetze schneller ändern, als ich darauf während der Bauphase als Einzelperson mit entsprechender Langsamkeit reagieren kann.
Das Prüfverfahren beim TÜV war da noch das Angenehmste. Die Zeit in der Prüfstelle war mit die beste während des gesamten Projekts. Die Leute vom TÜV Süd kann ich wirklich nur loben! Die Ingenieure dort haben es selbst nicht gerade leicht, die sich ständig verändernde Gesetzgebung zu überblicken und umzusetzen.

Aber das Thema ist nun durch. Er hat seine Gutachten, Plaketten und Stempel und morgen klebe ich noch die grüne Feinstaubplakette in die Windschutzscheibe des 86er Trabis.
Auf mich wirkt er dann fast so, als wolle er die Leute verarschen, wenn er mit seinem freundlichen Gesicht neben den kW-Boliden am Typ 2 Kabel hängt und ein klein wenig Strom speichert.

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