Zeit in Port Médoc

Phare de CordouanSie vergeht recht schnell, die Zeit hier in Port Médoc. Von Tag zu Tag nimmt der Trubel ab. Die Sommerferien in Frankreich sind zu Ende und die Tage werden kürzer. „Der Herbst steht vor der Tür.“ mag der ein oder andere sich jetzt bestimmt denken, aber wir haben das Gefühl, der Sommer legt nochmal nach. Liegt vielleicht auch daran, dass der diesjährige Sommer etwas durcheinander und geprägt war von Sturmtiefs aus dem Herbst und Biskayatiefs aus dem Winter.

Trotzdem wurde es Zeit, Eos für den Winter und unsere Abwesenheit klar zu machen. Ist mal wieder mehr Arbeit gewesen, als zunächst gedacht. Immer wenn man denkt, jetzt haben wir fast alles erledigt, fällt einem etwas neues ein, was noch in Ordnung gebracht werden sollte. Mittlerweile sind wir aber endgültig mit den Pflegearbeiten und der Einwinterung durch.

Ansonsten haben wir die Zeit zwischen den Stürmen hier in Port Médoc auch für viele Ausflüge und Wanderungen genutzt. Sogar am Strand waren wir an mehr als einem Tag. Ich glaube es waren um die 7 Tage, die wir an diesem wunderschönen Strand hier in der Sonne gelegen und nur gefaulenzt haben. Fühlte sich für uns nach einem guten Ausgleich für die Jahre mit Urlaubsabstinenz an.

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Neue Freunde haben wir hier auch gefunden und schöne Nachmittage und Abende bei uns und an Bord ihrer S/Y Saint Brendan verbracht. Das Schiff ist eine GibSea 402 und Jochen & Monika verbringen an Bord ihren Sommerurlaub. Saint Brendan hat hier einen festen Liegeplatz. Redlich verdient könnte man sagen, denn das Schiff hat Seltenheitswert und Geschichte. An die 100.000 Seemeilen hat Jochen sie in 25 Jahren gesegelt. Darunter 6 mal durch die Biskaya und 6 mal über den Atlantik! Der letzte Törn in diese Ecke hier ist etwa 2 Jahre her. Da hat er sie von Helgoland aus Nonstop bis nach Port Médoc gesegelt. Er kennt sich hier aus. Besser als so mancher Ortsansässiger und wir nehmen etwas mit von seinen Erfahrungen. Auch von den vielen Fahrten, die er als Nautischer Offizier auf Frachtern und einem Großsegler gemacht hat, bleibt wertvolles Wissen bei uns hängen.
Wir dürfen seinen Sextanten benutzen und schauen zum ersten mal durch so ein Instrument. Bisher basierte unsere Navigation in erster Linie auf Bits und Bites aus den GPS-Geräten.
So direkt durch Optik und Mechanik seine Position auf der Erde zu bestimmen beeindruckt uns mehr, als das schickste Outdoor GPS oder der modernste Kartenplotter und wir bekommen auch gleich noch eine Lehrstunde in Astronavigation dazu.

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Links der Profi, rechts das Greenhorn.

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Viele Seeleute, von denen man wirklich etwas lernen kann, haben wir bisher noch nicht getroffen. Bei einigen kentert uns das Schiff doch einfach zu oft durch, als dass man den Geschichten Glauben schenken kann. Jochen gehört zu den wenigen, die auf dem Boden bleiben. Von ihm haben wir was gelernt und mit Monika viele Stunden im Cockpit philosophiert.
Leider sind die beiden mittlerweile schon wieder zurück in Deutschland. Der Urlaub ist zu Ende und auch für uns wird es Zeit, hier die Luken dicht zu machen.

Momentan arbeite ich noch am Videoupdate #20 und sobald das online ist und alle Sachen gepackt sind, werden wir uns wohl auf die Socken machen.

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