Salzwasserdusche

Zeebrügge 119.06.14 – Kurz vor 8 Uhr machen wir die Leinen los in Hellevoetsluis. Hier hat es uns wirklich sehr gut gefallen, aber so langsam wollen wir weiter. Die Wolken hängen an diesem Morgen tief am Himmel, 3 Beaufort aus Nordwest waren für den Vormittag gemeldet. Später sollte es laut Gribfiles etwas aufklaren und der Wind stabil mit 4 Beaufort aus Nord-Nordwest wehen. Kam aber am Ende doch „etwas“ anders als vorhergesagt.

Nachdem wir um Punkt 8 Uhr durch die geöffnete Brücke vorm Innenhafen in Hellevoetsluis getuckert sind, lag vor uns das vorerst letzte Stückchen im Süßwasser. Der Haringvliet war relativ ruhig, aber der Wind unangenehm kühl. Vor der letzten Schleuse in Stellendam mussten wir noch eine knappe halbe Stunde warten. Die Schleusung selbst war gemütlich, weil das Wasser wirklich sehr langsam einströmt.
Danach waren wir im Salzwasser. Zum ersten mal. Nach einigen Jahren Binnen war das für uns ein großartiger Moment.
Bekommen haben wir alles, womit wir gerechnet hatten. Ein großes Gefühl von Freiheit, Anflüge von Seekrankheit, Kampf um Höhe, Selbstzweifel, Schietwetter, 2 Beaufort mehr als vorhergesagt und kurze, steile Wellen. Am Ende sind wir mit 50% Genua bei 6 Beaufort vor Wind und Welle nach Zeebrügge abgelaufen. Wahnsinn, wie schön nach so einem Tag ein großer Industriehafen sein kann.
Unsere Leinen haben wir um 23 Uhr und nach 62,4 Seemeilen beim „Royal Belgian Sailing Club“ festgemacht. Wobei, nicht ganz. Eigentlich waren alle Plätze belegt, aber Jürgen von der Segelyacht Delphin, den wir bis dahin nicht kannten, hat uns freundlich rangewunken und uns an seinem Schiff festmachen lassen. Was waren wir happy in dem Moment.
Nach einem kurzen Schnack und der Frage „Woher und wohin?“ fühlten wir uns gleich noch besser. Jürgen will auf die Barfussroute, genau wie wir.
Am nächsten Tag haben wir uns in erster Linie ausgeruht und viel mit Jürgen über die nächsten Törns, unsere Schiffe und die Welt unterhalten.
Heute bereiten wir unsere nächste Etappe vor, lassen den Muskelkater ausklingen und gehen noch ein bisschen den Hafen erkunden. Jürgen ist inzwischen weitergesegelt und wir hoffen, dass wir ihm demnächst mal irgendwo wieder begegnen.

Eos hat sich übrigens hervorragend geschlagen. Wir haben uns zwar teilweise richtig schlecht gefühlt, aber zu keinem Zeitpunkt unsicher. Ich zitiere mal jemanden, der mir vor kurzem von seiner Snapdragon 747 auf der Nordsee berichtet hat: „She is rock steady and has always given me a great save feeling.“
Das gleiche trifft auf unsere Snapdragon 890 zu. Eos ist Klasse.

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