Hinkelsteine in der Brandung

DCIM100MEDIAEigentlich wollten wir in Omonville ein paar Tage in einer schönen Bucht liegen und von dort aus die nächste Etappe starten. Kam am Ende mal wieder anders als geplant und wir sind jetzt wieder in Cherbourg, aber so langsam finden wir gefallen an den Überraschungen. Gut, die eklige Brandung in der relativ ungeschützten Bucht hätten wir nicht unbedingt haben müssen. Für dieses Postkartenmotiv hat es sich aber gelohnt. Eos ist übrigens das Schiff ganz rechts im Bild.

IMG_4797 Omonville

Aber nun eins nach dem anderen…

Am 7. Juli sind wir morgens in Cherbourg aufgebrochen und bei sehr schönem Wetter die paar Meilen nach Omonville gesegelt. Die Windrichtung hat nicht ganz für einen direkten Kurs gepasst und wir mussten deshalb etwas kreuzen. Am Ende waren wir froh darüber, dass der Bukh, bis auf den Ableger und das Anlegemanöver an der Mooringboje, keinen Diesel bekommen hat. 11,3 Seemeilen über Grund standen auf dem Log. Der Ausblick und die Szenerie waren wünderschön. Leider ist es dann etwas ungemütlich und kalt geworden und wir sind deshalb an Bord geblieben, um erst am nächsten Tag mit dem Schlauchboot an Land zu fahren.

Der Landausflug am 8. Juli hat sich richtig gelohnt. Omonville ist ein schönes kleines Fischerdorf mit freundlichen Menschen. Der Kontrast hätte auch nicht besser sein können. Draussen auf der Eos die kühle salzige Meeresluft mit 18°C, eine paar Meter hinter der Küste üppige Farnlandschaft, Hinkelsteine und 24°C. Wir haben bis zum Nachmittag die Gegend erkundet und sind dann wieder mit dem Schlauchi zurück zu Eos, denn der Wind sollte etwas auffrischen und auf NW drehen. Der Schwell war ja schon die ganze Zeit etwas unangenehm, aber noch gut auszuhalten. Das dicke Ende kam dann allerdings am Abend und in der folgenden Nacht.
Der Wind hat bis Mitternacht entgegen der Vorhersage auf gute 6 Beaufort zugenommen und ganz auf Nord gedreht. Dadurch hat sich dort ein ziemlich übler Seegang in der Bucht aufgebaut und uns ordentlich durchgeschüttelt. Das ganze ging die gesamte Nacht durch, bis zum nächsten Tag.
Wir konnten uns deshalb auch nichts zu essen machen. Nur ein paar Salzstangen und ein paar Tabletten gegen Seekrankheit haben wir gegessen.
Wir konnten auch sonst nicht mehr viel machen, nur noch flach auf dem Rücken in der Koje liegen, uns verkeilen und abwarten. Schlafen war natürlich auch nicht.
Gegen 4 Uhr morgens war es dann am schlimmsten und die zwei Leinen, die ich von Eos zur Boje ausgebracht hatte, haben ganz schlimm geknarrzt und geknallt. Also bin ich mit einer dritten Leine nach vorne gekrochen und hab Eos noch etwas weiter von der Boje weggebracht, weil das Ding durch den Seegang heftige Ruckbewegungen aufs Boot übertragen hat.
Achterbahn fahren ist dagegen sehr entspannend und vor allem nach zwei, drei Minuten vorbei.
Wir haben uns anschließend dick angezogen und bis zum späten Morgen ein paar Stunden im Cockpit abgewartet. In der Kajüte haben wir es nicht mehr ausgehalten.
Am 9. Juli nachmittags hat der Seegang langsam auf ein Maß abgenommen, das es uns erlaubt hat das Schlauchboot wieder zu bergen und zu verpacken. Nachdem das erledigt war, haben wir noch auf den kippenden Gezeitenstrom gewartet und sind im Anschluß bei 5 Beaufort achterlichem Wind und sehr schönem Wetter wieder zurück nach Cherbourg gesegelt. Eine Leine war übrigens nach dieser einen Nacht fast durchgescheuert. Ausgerechnet eine von den richtig guten.

Sabrina hat uns an diesem Abend ein Festessen gemacht. Salzkartoffeln mit Schnitzel und Erbsen. Und danach gab es eine heiße Dusche. Wir haben uns darüber gefreut wie kleine Kinder. Und wir freuen uns, dass die Entscheidung zurück zu segeln, richtig war. Denn der Wind hat an diesem Abend wieder aufgefrischt und nochmal auf Nord gedreht!

In den nächsten Tagen warten wir eben hier in Cherbourg auf ein gutes Wetterfenster. Das Paket mit den Motorersatzteilen haben wir uns jetzt auch von meiner Schwester hierhin schicken lassen. Nächste Woche geht es dann wieder weiter nach Westen.

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