Endlich im Rhein-Rhone-Kanal

IMG_6978Ich merke gerade, dass ich schon wieder im Rückstand mit den Beiträgen bin. Auch wenn momentan Stillstand herrscht, wie ihr vielleicht schon auf der Positionsseite gesehen habt, so hab ich doch jeden Tag genug zu tun. Eos braucht ihre Streicheleinheiten und der VNF und alles drum herum braucht momentan die meiste „Zuwendung“. Aber dazu mehr in den nächsten Tagen. Heute will ich euch kurz von den drei Törns bis zum Rhein-Rhone-Kanal berichten.

In Macon bin ich morgens am 20.06. bei etwa höchstem Pegelstand gestartet. Es kamen nur noch vereinzelt Bäume die Saone runter, es war klar, dass der Pegel nun fallen würde und ich wollte keinen Tag verlieren. Zumindest ein kleines Stück weiter wollte ich heute. Einen See oder ein kurzes Kanalstück hatte ich zum übernachten angepeilt und mich bei starkem Gegenstrom dicht am Ufer entlang nach Norden geschlichen. Der See war leider nur für Angelboote mit Elektromotor freigegeben und da gerade ebensolche dort unterwegs waren, habe ich den Plan lieber geändert. Also weiter zu diesem Kanal. Leider war dort das Wasser noch so hoch, dass die Schleuse überflutet und der Anleger nicht mehr zu gebrauchen war.
Also nochmal den Plan geändert und etwas gemacht, was ich sonst selten mache. Ich habe einer Geschichte geglaubt, die mir ein Skipper aus Bayern erzählt hat. Er meinte, er sei schon mal mit seinem Motorboot, ein Gleiter, bei Hochwasser auf der Saone, einfach übers Wehr gefahren: „Dos passt scho!“
Also weiter und am Anleger in Tournus vorbei. Dort, wo sie alle schon seit Tagen im Päckchen lagen, weil die nächste Schleuse ja gesperrt ist. Die Blicke waren echt gut und kurz darauf klingelt das Handy: „Nico, wo willst du hin? Die Schleuse ist gesperrt!“
„Ich fahre jetzt mit Eos übers Wehr! Das geht, hat mir jemand aus Bayern erzählt!“

IMG_6902 Tournus

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Was soll ich jetzt lange um den heißen Brei reden, es ging! Und es ging leichter als ich gedacht hatte. Die Tore waren ganz unten, so das genug Platz unterm Kiel war und auch die Strömung war beherrschbar.
Ich hab richtig laut gelacht, als ich dort durch war. Eos hatte sie alle überholt! Das kleinste Schiff von allen, war als erstes eine Etappe weiter. Man, was hab ich mich gefreut!
Ich bin danach noch bis spät Abends weiter gefahren. Sogar noch durch Chalon bin ich durch und habe meine Leinen, nach über 34 Seemeilen gegen das Hochwasser, für ein paar Stunden Schlaf bei einem Yachtclub festgemacht. Es lief endlich wieder!

Am nächsten Tag bin ich bis Seurre gefahren und am Tag danach bis kurz vor Dole. Jetzt war ich endlich im Rhein-Rhone-Kanal. Ihr könnt euch kaum vorstellen, wie ich nach der wochenlangen Quälerei gegen dieses dauerhafte Hochwasser gejubelt habe. Ich war fest davon überzeugt, dass nun das Schlimmste hinter mir liegt. Jetzt nur noch die gut 70 Schleusen hoch zur Scheitelhaltung und dann nochmal 40 abwärts bis zum Rhein…

Leider zu früh gefreut, wie sich ein paar Tage später zeigen sollte. Viel zu früh…

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